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Ungesunde Luft : Stickstoffdioxid könnte Allergien beeinflussen

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Luftverschmutzung durch Stickstoffdioxid (NO2) könnte nach Aussage der Bundesregierung Allergien verstärken. Bild: EPA

Stickstoffdioxid wird für viele gesundheitliche Probleme verantwortlich gemacht. Laut dem Gesundheitsministerium könnte das Giftgas auch Allergien fördern.

          Luftverschmutzung durch Stickstoffdioxid (NO2) könnte nach Aussage der Bundesregierung Allergien verstärken. „Verschiedene wissenschaftliche Studien weisen auf eine mögliche Zunahme der Allergenität von Pollen durch Stickstoffdioxid hin“, heißt es in der Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Grünen-Anfrage, über die zuvor das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag) berichtete.

          Zudem deuteten mehrere Studien auf einen statistischen Zusammenhang zwischen steigender NO2-Konzentration und der Zunahme allergischer Beschwerden hin. Das Ministerium betonte zugleich, dass diese Art der Luftbelastung in Deutschland rückläufig sei.

          Anfang März schrieb das Umweltbundesamt (UBA) in einem zusammenfassenden Bericht, dass NO2 zu einer „Hyperreagibilität“ der Bronchien führen kann. Hyperreagibilität gelte als Risikofaktor für die Entwicklung allergischer Atemwegserkrankungen. Laut UBA war im Jahr 2014 eine Langzeitbelastung mit Stickoxiden für rund 14 Prozent der bestehenden Asthma-Fälle verantwortlich.

          Was tut die Regierung für sauberere Luft?

          Zudem könnten Luftschadstoffe die Pollen selbst verändern. Die damit verbundene veränderte Interaktion mit dem Immunsystem könne daher auch die allergische Reaktion verändern.

          Als wichtiger Verursacher von zu viel NO2 gelten Diesel-Abgase. Die EU-Kommission will Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof verklagen, da Grenzwerte für die Luftbelastung seit Jahren in vielen Städten überschritten werden. Die Grünen-Abgeordnete Bettina Hoffmann sagte dem RND, die Bundesregierung komme ihrer Verantwortung nicht nach, die Gesundheit besonders sensibler Menschen zu schützen.

          Die Regierung hat mehrere Fördermaßnahmen für saubere Luft auf den Weg gebracht. Die Koalition streitet aber seit Monaten darüber, ob auch Umbauten direkt an Motoren für eine stärkere Reduzierung des Schadstoffausstoßes durchgesetzt werden sollen. Die Autoindustrie lehnt solche Hardware-Nachrüstungen ab.

          Die SPD fordert zur Abwendung von Fahrverboten für Dieselfahrzeuge Hardware-Nachrüstungen auf Kosten der Hersteller. „Software-Nachrüstungen der Dieselfahrzeuge reichen nicht aus. Wir brauchen auch Hardware-Nachrüstungen von Euro 5 und Euro 6 Fahrzeugen“, sagte Parteichefin Andrea Nahles der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag). Ziel seien technische Nachrüstungen auf Kosten der Hersteller. Ansonsten werde das Vertrauen der Verbraucher in den Diesel weiter schwinden.

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