https://www.faz.net/-gqe-2e4m

Stichwort: Halloween : So feierten und feiern die Kelten, die Amerikaner, die Europäer

  • Aktualisiert am

Halloween ist ein 2.000 Jahre alter heidnischer Brauch. Ursprünglich war es das Fest der keltischen Druiden zum Jahresende.

          1 Min.

          Sprachlich ist "Halloween" eine Kurzfassung von "All Hallow Eve(ning)", also dem Vorabend aller Heiligen. Gefeiert wird deshalb am 31. Oktober, vor allem in den Vereinigten Staaten. Hier, im anglo-amerikanischen Kulturkreis, ist Halloween neben dem Erntedank das wichtigste Brauchtumsfest.

          Zum Lokalkolorit zwischen Los Angeles und New York gehören die ausgehöhlten, zu Fratzen geschnitzten und beleuchteten großen Kürbisse. Ihr Spitzname "Jack O' Lantern" geht wohl auf einen Nachtwächter und Trunkenbold zurück, der sich der Sage nach mit dem Teufel eingelassen hat.

          In Europa hat sich das Fest erst in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts so richtig durchgesetzt. Die Rheinländer nehmen Halloween inzwischen als willkommene Vorfeier zum Karnevalsbeginn elf Tage später. Dabei stammt schon der ursprüngliche Brauch aus der alten Welt.

          Feuer wärmten die Seelen der Toten

          Vor etwa 2000 Jahren feierten die Kelten "Samhain", das Ende des Sommers. Sie feierten die Ernte und den Anbruch des neuen Jahres. Große Feuer wurden entzündet, um die Seelen der Toten zu wärmen. Nach heidnischem Glauben war an den Berührungspunkten der Zeiten ein Kontakt zwischen der Geisterwelt und den Sterblichen möglich. In dieser Weise schrieb sich die Samhain-Nacht als Nacht der Begegnung zwischen Lebenden und Toten in die irische Mythologie ein.

          Im Laufe der Zeit fanden die einst heidnischen Bräuche Eingang in kirchliche Riten und wurden mit den Feiern zu Allerheiligen am 1. November und Allerseelen am 2. November verknüpft. Im Jahr 837 ordnete Papst Gregor IV. an, die Bräuche der bekehrten Heiden zu "christianisieren", statt sie abzuschaffen. Seitdem bildet das keltische Totenfest den Auftakt für die nachfolgenden Gedenktage.

          "trick or treat": Umzug der Gespenster

          Im Mittelalter zogen Leute von Dorf zu Dorf und erbettelten zu Halloween den "Seelenkuchen", ein quadratisches Gebäck mit Johannisbeeren. Sie versprachen, für die verstorbenen Angehörigen der Spender zu beten. Heute spielen Kinder in Großbritannien und den USA an Halloween "trick or treat": Als Gespenster und Hexen verkleidet ziehen sie von Haus zu Haus und fordern Geld und Süßigkeiten. Erhalten sie diese nicht, spielen sie den Hausbewohnern einen Streich. Bei den europäischen Kinder-Partys, die oft schon Wochen vor dem eigentlichen Abend stattfinden, wird gelacht, getanzt, gespielt, gegessen und harmloser Schabernack getrieben.

          Weitere Themen

          VW verfehlt seine Ziele in China

          FAZ Plus Artikel: Autoabsatz : VW verfehlt seine Ziele in China

          Benziner und E-Autos verkaufen sich im wichtigsten Markt nicht wie geplant. Das verantwortet der Konzernchef selbst und verringert direkt die Prognose um bis zu zwanzig Prozent. VW kämpft vor allem mit einheimischen Herstellern.

          Topmeldungen

          In historischer Umgebung: Olaf Scholz an seiner einstigen Wirkungsstätte in Hamburg.

          Olaf Scholz und Cum-ex : Geben, nehmen, vergessen

          Kommende Woche soll Scholz zum Bundeskanzler gewählt werden. Doch aus seiner Zeit als Erster Bürgermeister in Hamburg verfolgen ihn noch immer Fragen und Vorwürfe. Es geht um unsaubere Geschäfte der Warburg-Bank.

          Zapfenstreich für Merkel : Abschied mit Fackeln und Schlagern

          Mit dem Großen Zapfenstreich verabschiedete sich die Bundeswehr von Angela Merkel nach 16 Jahren im Amt. Die Kanzlerin hält zwei Ratschläge bereit – und freut sich über Schlager aus Ost und West.