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Neue Daten : Steuersünder zahlten doppelt so viel Bußgeld

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Gegen 73.000 Menschen wurde wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Bild: dpa

Deutsche Steuerfahnder haben mehr als drei Milliarden Euro an Steuern nachträglich eingetrieben. Die Zahl derjenigen, gegen die ermittelt wurde, wurde zwar weniger – die Summe der Bußgelder dagegen umso höher.

          Die Finanzämter haben im vergangenen Jahr 112 Millionen Euro an Bußgeldern verhängt. Das war mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor und etwa zehnmal so viel wie vor zwei Jahren. Das geht aus neuen Daten des Bundesfinanzministeriums hervor.

          73.000 Verfahren wegen Steuerhinterziehung haben die Bußgeld- und Strafsachenstellen im vergangenen Jahr bearbeitet, 10.000 weniger als im Jahr zuvor. Davon wurden etwa 30.000 Verfahren gänzlich eingestellt, weitere 9000 wegen Geringfügigkeit eingestellt und weitere 18.000 Personen kamen gegen Auflagen davon. In knapp 7000 Fällen wurde Antrag auf Strafbefehl gestellt.

          Darüber hinaus zählt das Finanzministerium die Strafverfahren, die Staatsanwaltschaften und Gerichte abgeschlossen haben, das waren knapp 14.000. In 1800 Fällen endete das mit Freispruch, weitere 4700 Fälle wurden eingestellt.

          Insgesamt haben die Fahnder 3,2 Milliarden Euro an Steuern nachträglich eingetrieben. Die Freiheitsstrafen addierten sich insgesamt auf 1513 Jahre.

          Wann ist Steuer-Schlamperei kriminell?

          Zuletzt hatte die Affäre um Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon eine Debatte darüber ausgelöst, wo „Schlamperei“ im Umgang mit Steuern endet und wo Steuerhinterziehung beginnt. Einen Tag vor Fahrenschons geplanter Wiederwahl war herausgekommen, dass er seine Steuererklärung für 2012, 2013 und 2014 erst im Jahr 2016 eingereicht hat. Die Staatsanwaltschaft hat deshalb einen Strafbefehl wegen vorsätzlicher Steuerhinterziehung gegen den früheren bayerischen Finanzminister beantragt. Fahrenschon hat deshalb sein Amt als Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DGSV) niedergelegt.

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