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Steuern : Steuerprivileg für Geländewagen auf dem Prüfstand

  • Aktualisiert am

Ungerechtfertigte Steuervorteile? Bild: dpa

Wer seinen Geländewagen ausschließlich privat nutzt, muß künftig möglicherweise höhere Kfz-Steuern zahlen. Verkehrsminister Stolpe will prüfen, ob die Steuerermäßigung nur für gewerblich genutzte Fahrzeuge weitergeführt wird.

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          Wer seinen schweren Geländewagen lediglich privat nutzt, muß künftig möglicherweise höhere Kfz-Steuern zahlen. Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) wolle prüfen, ob die bestehende Kfz-Steuerermäßigung ausschließlich für gewerblich genutzte Fahrzeuge weitergeführt wird, teilte Ministeriumssprecher Felix Stenschke am Freitag in Berlin mit.

          Nötig seien Bund-Länder- Gespräche über die Besteuerung von mindesten 2,8 Tonnen schweren Wagen - wie dem VW Touareg oder der Mercedes-M-Klasse. Stolpe geht damit auf Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) ein, der seit Monaten wegen der höheren Schadstoffe eine höhere Besteuerung solcher Geländewagen verlangt.

          „Die Frage ist, ob man wegen einiger Funcars in der Stadt alle anderen damit bestraft“, warnte Stenschke. „Das will sich der Minister genau angucken.“ Derzeit werden Geländewagen, die bislang vor allem in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt worden sind, nach Gewicht und damit um bis zu 80 Prozent günstiger besteuert als andere Autos.

          Viele kennen nur Stadtverkehr statt Gelände

          Zustimmung aus Bayern und Schleswig-Holstein signalisiert

          Der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Jörg Müller, erwartet nun Gespräche mit den für die Kfz-Steuer zuständigen Finanzministern der Länder. Bayerns Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) hat bereits Zustimmung signalisiert: „Das Steuerprivileg für Geländewagen ist in dieser Form völlig unvertretbar“, sagte er der „Financial Times Deutschland“ vom Freitag. „Ungerechtfertigte Steuervorteile“ müßten abgeschafft werden, sagte auch Schleswig-Holsteins Finanzminister Ralf Stegner (SPD) dem Blatt.

          Die Einnahmen aus der Kfz-Steuer fließen den Ländern zu; den einheitlichen Rechtsrahmen legt aber der Bund fest.

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