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Steuerflucht : „Die Multis zahlen 30 Prozent weniger Steuern“

  • Aktualisiert am

Clemens Fuest Bild: dpa

Luxemburg und andere Länder bieten multinationalen Konzernen Sonderregeln zur Steuervermeidung. Dem deutschen Fiskus entgehen bis zu 15 Milliarden Euro, sagt der Steuerfachmann Clemens Fuest im Interview mit der F.A.Z.

          1 Min.

          In der Debatte über aggressive Steuergestaltung in Steueroasen wie Luxemburg hat der Ökonom Clemens Fuest angeprangert, dass multinationale Großkonzernen gegenüber Mittelständlern große Vorteile haben. „Die Steuerlast der Multis liegt im Durchschnitt um 20 bis 30 Prozent niedriger“, sagte Fuest, der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Mittelständische Unternehmen hätten weniger Gestaltungsspielräume als multinationale Unternehmen. „Diese können Steuerschlupflöcher sehr viel stärker nutzen, einige Konzerne drücken ihre Steuerzahlungen auf nahe null. Das verzerrt den Wettbewerb“, kritisierte der renommierte Steuerwissenschaftler, der Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Finanzminister Wolfgang Schäuble ist.

          Laut einer noch unveröffentlichten ZEW-Studie entgingen dem deutschen Finanzamt durch die umstrittenen Steuerpraktiven der multinationalen Konzerne jährlich 10 bis 15 Milliarden Euro, sagte Fuest der Zeitung.

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