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Stephan Harbarth : Fünfter Mann im Staate

Stephan Harbarth ist nun neuer Präsident des Bundesverfassungsgerichts. Bild: dpa

Stephan Harbarth ist frisch gewählter Präsident des Bundesverfassungsgerichts. Sein Plan war das nie. Jetzt muss er die Wogen in Europa glätten.

          6 Min.

          Mit Bescheidenheit kommt man normalerweise nicht weit, außer am Bundesverfassungsgericht. Damit kann man sogar dessen Präsident werden, mithin also der fünfte Mann im Staate, nach Bundespräsident, Bundestagspräsident, Bundeskanzlerin, Bundesratspräsident. Dieser Eindruck jedenfalls drängt sich auf, wenn man mit Stephan Harbarth spricht. Protz oder Überschwang sind seine Sache nicht.

          Corinna Budras

          Redakteurin in der Wirtschaft und für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          Dabei ist er nun mit 48 Jahren zum Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts gewählt worden, als er mit uns spricht, dem Gericht mit dem höchsten Ansehen auf der ganzen Welt, ein wahrer Leuchtturm – nachdem der amerikanische Präsident Donald Trump seinen Supreme Court so ramponiert hat. So sieht es jedenfalls Renate Künast, langjährige Rechtspolitikerin der Grünen. Gemeinsam mit Harbarth saß sie einige Jahre im Rechtsausschuss des Bundestags. Der Europäische Gerichtshof (EuGH), und das ist durchaus bemerkenswert, kommt in dieser Aufzählung gar nicht vor. Das Bundesverfassungsgericht liegt seit Anfang Mai ganz offiziell im Clinch mit den Luxemburger Kollegen. Das wird Deutschland nun womöglich ein Vertragsverletzungsverfahren einhandeln.

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