https://www.faz.net/-gqe-a27xb

Neue Zahlen : Corona-Krise drückt die Verdienste in Deutschland

  • Aktualisiert am

Im BMW-Werk in Leipzig: Viele Unternehmen haben ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Bild: dpa

Die monatlichen Bruttogehälter sind im Frühjahr so stark gesunken wie seit Jahren nicht – doch das Kurzarbeitergeld konnte einiges abfedern.

          1 Min.

          Die Bruttomonatsverdienste der Voll- und Teilzeitbeschäftigten in Deutschland sind wegen der Corona-Krise im Frühjahr so stark gesunken wie seit Jahren nicht mehr. Sie fielen durchschnittlich um 2,2 Prozent zum zweiten Quartal 2019, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. „Der verbreitete Einsatz von Kurzarbeit aufgrund der Corona-Pandemie hatte negative Effekte auf die Höhe und Entwicklung der Bruttomonatsverdienste sowie der Arbeitszeit.“

          Zugleich habe das Kurzarbeitergeld die Einkommensverluste für die Beschäftigten zum Großteil abgefedert. Die bezahlte Wochenarbeitszeit der Beschäftigten fiel im Durchschnitt um 4,7 Prozent. „Die Bruttostundenverdienste wurden hingegen nicht durch die Kurzarbeit beeinflusst“, betonten die Statistiker. Sie stiegen binnen Jahresfrist um durchschnittlich 2,6 Prozent.

          Hotels und Reisebüros stark betroffen

          Die Bruttoverdienste sind nur die vom Arbeitgeber gezahlten Verdienste und umfassen keine Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld oder Kurzarbeitergeld. Im Juli war nach Berechnungen des Ifo-Instituts die Zahl der Kurzarbeiter auf 5,6 Millionen gesunken, nach rund sieben Millionen im Mai.

          Die Kurzarbeit sowie die Kontaktbeschränkungen und Geschäftsschließungen wegen der Corona-Pandemie trafen die einzelnen Branchen im zweiten Quartal 2020 unterschiedlich stark. Die größten Rückgänge der Bruttomonatsverdienste gab es in den Wirtschaftszweigen Beherbergung mit 18 Prozent, Herstellung von Kraftwagen mit 17 Prozent sowie im Bereich der Reisebüros beziehungsweise Reiseveranstalter mit 15 Prozent.

          Grund dafür ist vor allem der Rückgang der Arbeitszeit, der bei 20 Prozent (Beherbergung, Herstellung von Kraftwagen) beziehungsweise 18 Prozent (Reisebranche) lag. Ebenfalls stark von einer negativen Bruttolohnentwicklung betroffene Wirtschaftsbereiche sind die Luftfahrt, die Gastronomie und der Einzelhandel.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Nominierung für Supreme Court : Sie ist Trumps neuer Trumpf

          Donald Trump steht kurz davor, eines seiner wichtigsten Versprechen an die Republikaner einzulösen. Mit einer konservativen Richterin Amy Coney Barrett am Obersten Gericht könnten sich die schlimmsten Befürchtungen der Demokraten bewahrheiten.

          Biden über Trump : „Er ist so in etwa wie Goebbels“

          Der Ton im Präsidentschaftswahlkampf ist rau – und wird noch unversöhnlicher: Joe Biden bezichtigt Trump der Lüge und stellt einen schwierigen historischen Vergleich her. Der Amtsinhaber ist nicht weniger zimperlich.
          Dass es in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt zu einer Stichwahl kommen würde, hat sich schon länger abgezeichnet.

          Zweite Runde der Kommunalwahl : Tag der Entscheidung in NRW

          Gelingt es den nordrhein-westfälischen Grünen, erstmals einen Oberbürgermeister zu stellen? Gewinnt der CDU-Kandidat in Düsseldorf und beendet so das Großstadttrauma seiner Partei? Ein Überblick über die spannendsten Stichentscheide.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.