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Start-up : Der Business Plan - mehr als ein Dokument!

  • -Aktualisiert am

Der Business Plan ist eines der wichtigsten Dokumente im Rahmen eines Gründungsvorhabens. Wie lässt er sich strukturieren, auf welche Kriterien ist zu achten.

          3 Min.

          Die Geschäftsplanung bei Start-ups beginnt mit den ersten Überlegungen zur Geschäftsidee und mündet mit zunehmender Reife des Gründungsprojekts in eine allgemeine Unternehmensplanung, wie sie aus der Betriebswirtschaftslehre bekannt ist.

          Mit der Erstellung des Business Plans werden bereits wesentliche Entscheidungen der jungen Unternehmensentwicklung vorweggenommen und zu erreichende Meilensteine definiert. Für die Entwicklung des Start-ups nimmt der Business Plan daher eine zentrale Stellung ein.

          ...es gibt keine Mustervorlage

          Obwohl im Internet zahlreiche Mustervorlagen für Business Pläne kursieren, kann es aufgrund der Verschiedenheit der Gründungsvorhaben keinen „Muster-Business-Plan“ geben. Diese Muster sollten daher auch nur als Beispiele verstanden werden, um sich einen Eindruck darüber zu verschaffen, wie sich Geschäftsideen auf wenigen Seiten darstellen lassen.

          Die Unternehmensgründer haben beim Verfassen ihres Plans vor allem den Spezifika ihres Gründungsprojekts Rechnung zu tragen, zugleich aber auch den entsprechenden Adressaten (VC, Bank, Personal etc.) im Blick zu haben. Mitunter empfiehlt es sich dabei, verschiedene Versionen des Plans für unterschiedliche Adressatenkreise zu verfassen.

          Inhalte eines Business Plans

          Bei der Erstellung des Business Plans haben sich die Gründer deshalb stets in die Perspektive der Adressaten zu versetzen, um deren konkrete Informationsbedürfnisse zu eruieren. Obwohl über die Anzahl Kapitel und deren „Dramaturgie“ je nach Zweckmäßigkeit entschieden werden sollte, empfiehlt es sich im Business Plan Aussagen zu folgenden Themenbereichen zu treffen:

          - Executive Summary (Kurzzusammenfassung der Kerninhalte)

          - Geschäftsidee - Herkunft und Vision

          - Produkt/Dienstleistung (auch Technologie, Wettbewerbsvorteile)

          - Markt- und Wettbewerbsanalyse

          - Marketing/Vertrieb

          - Gründungsteam/Organisation

          - Strategische Partnerschaften

          - Finanzplanung/Finanzierung

          - Chancen/Risiken

          - Anhang mit weiterführenden Informationen (zum Beispiel Referenzschreiben, Patentschriften)

          Dass zunächst vor allem der Executive Summary eine zentrale Bedeutung für die Einschätzung des Business Plans zukommt, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass von Venture Capitalists auf eine erste Begutachtung des Plans durchschnittlich weniger als sechs Minuten verwendet werden.

          Rendite, Rendite, Rendite...

          Mit dem Wissen, dass trotz sorgfältiger Auswahl der Investitionsobjekte und trotz zum Teil intensiver Betreuung der Portfoliounternehmen lediglich bei einem geringem Anteil von Unternehmen der prognostizierte Erfolg eintreten wird, nehmen Venture Capital-Gesellschaften ex ante hauptsächlich jene Projekte in die engere Auswahl, die im Erfolgsfall eine Verzehnfachung des Beteiligungswerts während der Investitionszeit von rund fünf bis sieben Jahren erwarten lassen.

          Bei der Begutachtung des Business Plans konzentrieren sich Wagniskapitalgeber deshalb in erster Linie auf jene Indikatoren, die das Wachstums- und Renditepotenzial des Unternehmens erkennen lassen, und jene, die auf eine erfolgreiche Realisierbarkeit des Projekts hinweisen, also vor allem die Qualität des Gründerteams, das Geschäftsmodell, den Wettbewerbsvorteil und das Marktpotenzial des Angebots.

          Marktprognosen und Planungsrechnungen

          Den deutlichsten Hinweis auf das Wachstums- und Renditepotenzial eines Gründungsprojekts geben Marktprognosen und Planungsrechnungen. Letztere umfassen üblicherweise die drei Bestandteile Plan-Gewinn- und Verlustrechnung, Planbilanz und Liquiditätsplanung. Die Planungsprämissen, auf denen dieses Zahlenwerk aufbaut, müssen im Business Plan klar und eindeutig dargestellt werden.

          Sämtliche im Business Plan enthaltenen qualitativen Angaben - angefangen von der Definition der Zielkunden bis zur Festlegung der Aufbau- und Ablauforganisation - verfolgen den Zweck, potenzielle Investoren in die Lage zu versetzen, die Schlüssigkeit der dem Zahlenwerk zugrunde liegenden Planungsprämissen beurteilen zu können.

          Dabei dient der Business Plan selbst als Qualitätsindikator. Aus seiner Vollständigkeit, Schlüssigkeit und sinnvollen Struktur schließen Investoren häufig auf die Qualität des Unternehmerteams. Hieraus erklärt sich auch, weshalb einige Investoren eine ablehnende Haltung gegenüber Business Plänen einnehmen, die im Auftrag von Gründern durch Unternehmensberater erstellt wurden.

          Der Business Plan - nur die erste Hürde!

          Mit der Erstellung eines Business Plans ist lediglich eine der ersten Hürden auf dem Weg zur Unternehmensgründung genommen. Nur in den seltensten Fällen wird ein Wagniskapitalgeber alleine aufgrund des Business Plans ein Finanzierungsangebot aussprechen. Vielmehr beginnt mit der Einreichung des Business Plans eine mehrstufige „Due Diligence“ (eingehende Prüfung) des Projekts, die unter anderem eine persönliche Vorstellung des Gründungsteams sowie eine Präsentation des Business Plans beinhaltet. Aber: Jede auch noch so lange - und vielversprechende - Reise beginnt mit einem ersten Schritt...

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