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Tourismus : Tirol statt Graubünden

Der Stubaier Gletscher in Tirol Bild: Volker Mehnert

Der starke Franken macht den Urlaub in der Schweiz teurer. Und umgekehrt: für die Schweizer lohnt es sich, ins Ausland zu reisen. Die Österreicher sind die lachenden Dritten.

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          Seit vor zwei Wochen der Wechselkurs des Schweizer Franken vom Euro entkoppelt wurde, ist die Schweiz für viele unerschwinglich geworden und für die Schweizer selbst das Ausland ein attraktives Reiseziel.  „Diesen Trend spüren wir ganz deutlich. Die Reisen werden kurzfristig von der Schweiz nach Österreich umgebucht“, sagt Petra Nocker-Schwarzenbacher, die Tourismus-Verantwortliche in der Wirtschaftskammer Österreich.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Besonders stark steige derzeit die Auslastung in den Bundesländern Vorarlberg und Tirol, die an die Schweiz grenzen. Dort kosten Skipässe für einen Tag rund 20 Euro weniger als bei den Eidgenossen. „Über Nacht ist es um ein Fünftel günstiger geworden, zu uns zu kommen. Das lässt sich natürlich niemand entgehen, weder die Schweizer noch die Gäste aus anderen Ländern“, sagt Nocker-Schwarzenbacher, die selbst ein Hotel in den Salzburger Alpen führt.

          Wichtige Touristen aus Russland und China

          Der jüngste Kaufkraftverlust für Ausländer in der Schweiz ist erheblich. Seit der Wechselkursfreigabe am 15. Januar hat der Euro gegenüber dem Franken 18 Prozent abgewertet. Der ohnehin schwache Rubel, die Währung der immer wichtiger werdenden russischen Gäste, gab um 14 Prozent nach. Ähnliches gilt für die in der Schweiz am stärksten wachsende Touristengruppe der Chinesen, deren Yuan 15 Prozent einbüßte. Der Dollar brach ebenso stark ein, der Wert des britischen Pfund ging um 16 Prozent zurück.

          Noch lässt sich nicht genau beziffern, in welchem Umfang Österreich davon profitieren wird. Aber es gibt Anhaltspunkte in der Vergangenheit. Nach dem letzten kräftigen Kursanstieg des Franken vor fünf Jahren war die Zahl der Schweizer Gäste in Österreich in den Wintern 2010 und 2011 um jeweils 14 Prozent gestiegen. Damals lösten die Eidgenossen die Italiener als viertwichtigste Gästegruppe ab. Nachdem im September 2011 die Nationalbank in Zürich den Franken zu einem festen Kurs an den Euro band, wuchs die Zahl der Schweizer Ankünfte in Österreich nur noch um 2 bis 3 Prozent.

          Im zurückliegenden Winter verbrachten rund 560.000 Schweizer ihren Urlaub im Nachbarland. Nur die Deutschen – mit etwa zehnmal so vielen Ankünften – und die Niederländer waren als Ausländer wichtiger.

          Wettbewerb um die zahlungskräftigen Schweizer Gäste

          Die Schweizer gelten als besonders beliebt, weil sie für gute Leistung gutes Geld bezahlen. „Jetzt bekommen sie noch mehr für ihren Franken, damit wächst die Attraktivität unserer Destinationen“, sagt Ulrike Rauch-Keschmann vom österreichischen Tourismusverband, von dem die Zahlen stammen. Die Verbandsvertreterin ist sich aber bewusst, dass andere Urlaubsziele die über Nacht reicher gewordenen Nachbarn ebenfalls umgarnen, etwa Frankreich und Italien: „Der Wettbewerb um die Schweizer wird im Alpenraum sehr groß sein!“

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