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Starke Marke (2) : Auch ohne Werbung eine Ikone der Modeindustrie

Auch in Spanien noch fast unbekannt: Zara-Gründer Amancio Ortega Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Mit im Heimatland produzierter Kleidung hat das spanische Unternehmen Zara den Aufstieg in die erste Liga der europäischen Modekonzerne geschafft. Sein Erfolgsrezept ist die Schnelligkeit.

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          An guter Werbung jedenfalls lag es nicht. Der spanische Modekonzern Inditex mit seiner Hauptmarke Zara hat den Aufstieg an die Spitze aller europäischen Modekonzerne gänzlich ohne klassische Anzeigen oder Werbespots im Fernsehen geschafft. Auch der Inhaber ist - selbst in Spanien - fast gänzlich unbekannt, abgesehen von wenigen unscharfen Fotos. Das erstaunt schon deshalb, weil der Galicier Amancio Ortega, vermutlich 69 Jahre alt, einer der reichsten Spanier ist.

          Michael Psotta

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

          Das läßt sich seit dem Börsengang relativ leicht ermitteln: Ihm gehören rund 60 Prozent eines Konzerns mit einem Börsenwert von derzeit rund 22 Milliarden Euro. Einige kleine Mitteilungen in der spanischen Wirtschaftspresse über Unternehmensbeteiligungen und Immobilienkäufe lassen darauf schließen, daß Ortega sein Imperium bereits deutlich in andere Branchen erweitert hat. Ohne Zweifel bleibt aber Zara der Kern seines Aufstiegs und seines Vermögens.

          Aufstieg mit langem Atem erkämpft

          Heute steht die Marke für relativ billige und äußerst aktuelle Mode für ein eher junges Publikum, ähnlich der schwedischen Konkurrenz H& M, die Inditex im vergangenen Geschäftsjahr (31. Januar) mit einem Umsatz von 6,74 Milliarden Euro erstmals überflügelt hat. Vor den Spaniern liegt jetzt nur noch die gegenwärtig schwächelnde, mit Umsatzrückgängen kämpfende amerikanische Modekette Gap. Den Aufstieg in diese Liga hat sich Ortega mit äußerst langem Atem erkämpft. Am Anfang - in den siebziger Jahren - stand die Geschäftsidee, den durchschnittlich wenig begüterten Spanierinnen erschwingliche Mode nach teurem Pariser Vorbild zu bieten.

          Dieser Anfang allerdings war schwer. Nach der Gründung des ersten Zara-Ladens in La Coruña 1975 schaffte es Ortega bis 1979 lediglich, zwei weitere Filialen zu eröffnen. Dann zahlte er seinen damaligen Geschäftspartner, einen Kleiderfabrikanten, aus, und die Erfolgsgeschichte Zara begann. Innerhalb von nur einem Jahr eröffnete er sieben weitere Zara-Geschäfte in Galicien, und das Unternehmen arbeitete von nun an mit Gewinn. Sein Kalkül mit der kopierten, günstigen Mode ging auf, weil die Spanierinnen damals zwar noch relativ wenig Geld hatten, sich aber mit der allmählichen Öffnung des Landes dem Modebewußtsein des übrigen Westeuropas anpassen wollten, das sie über eigene Auslandsreisen und die Massenmedien langsam kennenlernten.

          Bei Zara muß man schnell zugreifen

          Bereits Ende der achtziger Jahre gab es in Spanien kaum noch eine größere Stadt ohne Zara-Geschäft. 1988 eröffnete Inditex in Portugal den ersten Laden im Ausland - eine erstaunliche internationale Karriere begann. Heute ist Inditex mit knapp 3000 Läden in 62 Ländern vertreten, und der Ehrgeiz ist längst nicht gestillt. Bis 2008 soll die Zahl der Filialen auf 4000 erhöht werden. Inditex will dann auch Gap überrundet haben und die Spitze aller Bekleidungsfilialisten erreichen.

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