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Kaffeebarbetreiber : Starbucks verkauft deutsche Filialen nach Polen

Starbucks: Ein Großteil der Läden wird von Partnern betrieben. Bild: AP

Mit dem polnischen Unternehmen AmRest übernimmt ein angestammter Partner des Kaffeehausbetreibers die Läden. Es ist nicht der erste große Strategiewechsel für Starbucks.

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          Und wieder ändert sich für die Mitarbeiter des amerikanischen Kaffeerösters und Kaffeebarbetreibers Starbucks in Deutschland alles. Denn das Unternehmen hat seine 144 deutschen Filialen an ein hierzulande bisher unbekanntes polnisches Unternehmen mit dem Namen Am Rest Holdings SE verkauft.

          Carsten Knop
          Herausgeber.

          Die Polen sind in dem Geschäft aber keine Neulinge und haben in Osteuropa schon umfangreiche Erfahrungen gesammelt. Denn Am Rest ist heute der exklusive Lizenzpartner von Starbucks in der Tschechischen Republik, Ungarn, Polen, Rumänien, Bulgarien und außer in Deutschland bald auch in der Slowakei. Mit dem Einstieg in Deutschland verdoppeln die Polen die Zahl ihrer Starbucks-Filialen allerdings auf einen Schlag.

          Für die wechselvolle Geschichte von Starbucks in Deutschland, die zunächst mit einer Partnerschaft mit der Warenhauskette Karstadt begonnen hatte, bedeutet der Schritt den nächsten großen Strategiewechsel. Schon Ende Mai soll die Transaktion vollzogen werden. Starbucks hatte den deutschen Markt im Jahr 2002 zunächst mit zwei Filialen in Berlin betreten – inzwischen gibt es 158 Geschäfte; 14 davon werden allerdings auch heute schon von Lizenznehmern betrieben. Ende des vergangen Jahres hatte Starbucks zudem angekündigt, künftig auch in Supermärkten von Rewe vertreten sein zu wollen. Schon heute ist Deutschland der für Starbucks größte Markt in Kontinentaleuropa, also ohne Berücksichtigung von Großbritannien.

          Mehrheit der Filialen von Partnern betrieben

          Mit dem neuen polnischen Lizenznehmer soll das Wachstum noch einmal deutlich beschleunigt werden: „Wir haben in Deutschland in den vergangenen 14 Jahren ein beeindruckendes Geschäft aufgebaut und beschäftigen fast 2000 Mitarbeiter hier. Aber wir wissen, dass Deutschland ein viel größerer Markt für uns sein könnte und haben ehrgeizige Wachstumspläne. Wir wollen da sein, wo unsere Kunden leben, arbeiten und reisen“, wird Kris Engskov, der für Europa, den Mittleren Osten und Afrika (die sogenannte EMEA-Region) zuständige Starbucks-Manager zitiert. Und das soll gewiss als Ankündigung eines umfassenden Ausbauprogramms verstanden werden. Für Starbucks ist die Zusammenarbeit mit Franchise-Partner ohnehin nichts Neues: Die Mehrheit der 9000 Läden in der Region Europa, Nahost und Asien sei von Partnern betrieben, teilte Starbucks mit.

          Am Rest wurde vom heutigen Aufsichtsratsmitglied Henry McGovern schon im Jahr 1993 gegründet, hat seinen Sitz in Breslau und ist schon seit dem Jahr 2008 Lizenznehmer von Starbucks. Damals wurde die erste Filiale in der Tschechischen Republik eröffnet. Zur Zeit betreibt Am Rest 103 Starbucks-Filialen – und durch die Transaktion in Deutschland sehr bald auf einen Schlag mehr als doppelt sie viele. Am Rest bezeichnet sich selbst als größten unabhängigen Restaurantketten-Betreiber in Mittel- und Osteuropa. Es steht in dieser Region neben Starbucks auch für andere im Ursprung amerikanische Marken wie Kentucky Fried Chicken (KFC), Pizza Hut und den Mc Donald‘s-Wettbewerber Burger King. Im eigenen Besitz von Am Rest wiederum sind die Marken La Tagliatella, Blue Frog und Kabb.

          Der Kurs der Starbucks-Aktie reagierte auf die Ankündigung der Transaktion unaufgeregt, hat aber grundsätzlich seit geraumer Zeit einen sehr guten Lauf. Das Papier gewann in den vergangenen zwölf Monaten rund 25 Prozent an Wert. Das mit seiner Zentrale im amerikanischen Seattle ansässige Unternehmen bringt es inzwischen auf einen Börsenwert von 90 Milliarden Dollar. Die Papiere von Am Rest sind an der polnischen Börse notiert und haben sich in den zurückliegenden zwölf Monaten im Wert sogar verdoppelt.

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