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Helmut Bünder (bü.)

Klimaschutz : Wege zum grünen Stahl

Ein Hochöfner arbeitet am Hochofen im Werk Schwelgern von Thyssenkrupp. Die Stahlproduktion ist besonders klimaschädlich. Wasserstoff soll das ändern. Bild: dpa

Bei der Bekämpfung des Klimawandels spielt die Stahlproduktion eine große Rolle. Der Markt kommt in Bewegung. Eine deutsche Hoffnung liegt in Schweden.

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          Schwelgern 1 qualmt wieder. Thyssenkrupp hat seinen vom Dauerbetrieb zermürbten größten Hochofen für die nächsten Jahre auf Vordermann gebracht. Bis zu zehntausend Tonnen Roheisen erschmilzt der Gigant jeden Tag, befeuert wie eh und je mit Kokskohle und deshalb verbunden mit gigantischem Ausstoß von Kohlendioxid. Ein bisschen sauberer ist die Anlage geworden, weil zusätzlicher Sauerstoff eingeblasen wird. Aber das ist nicht mehr als ein Notbehelf, um die letzte Ofenreise wenigstens etwas umweltverträglicher zu gestalten.

          Schwelgern 1 steht für die Vergangenheit, die Zukunft lässt sich im hohen Norden besichtigen: Der schwedische Stahlkonzern SSAB hat schon den ersten „grünen“ Stahl aus einer großen Testanlage ausgeliefert, fast CO2-frei erzeugt mit Wasserstoff aus erneuerbaren Energien. Das schwedische Start-up H2 Green Steel (H2GS) baut am Polarkreis gar ein völlig neues Hüttenwerk, seit Jahrzehnten die erste neue Stahlfabrik in Europa. Direkt oder indirekt beteiligt sind einige deutsche Autohersteller und Anlagenspezialisten. Das Engagement lässt aufhorchen, denn es passt nicht in das Wehklagen über strukturelle Überkapazitäten, unfairen Wettbewerb und die Milliardenkosten der ökologischen Transformation. Die birgt offensichtlich auch Chancen: Die Investoren setzen darauf, dass grüner Stahl bald Käufer finden und ihnen Pioniergewinne bescheren wird.

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