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Hochwertige Rebsorten : Roséweine haben ihr Image geändert und sind beliebter

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Sina Erdrich ist als deutsche Weinkönigin das aktuelle Gesicht des deutschen Weins. Rosé-Verkostung ist Teil der Aufgabe. Bild: dpa

Früher galt Rosé als leichter Frauenwein. Inzwischen werden hochwertige Rebsorten verwendet, der Wein wird anspruchsvoller und auch als Essensbegleiter konzipiert. Das schlägt sich auch in der Nachfrage nieder.

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          Roséweine liegen im Trend: Sowohl Herstellung als auch Verbrauch haben in den vergangenen Jahren nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) zugelegt. Dabei sei ein verändertes Image des Roséweins zu beobachten, sagte DWI-Geschäftsführerin Monika Reule jüngst bei der Verleihung eines Rosé-Sonderpreises bei der Bundesweinprämierung. Roséweine seien inzwischen nicht mehr vorrangig leichte Weine oder gar mit der schwierigen Bezeichnung „Frauenwein“ zu verbinden, sondern zunehmend anspruchsvoller und vielfältige Essensbegleiter.

          Nach Daten der Marktforscher vom Nielsen Homescan Panel hatten Roséweine im vergangenen Jahr einen Absatzanteil von 12 Prozent in Deutschland und einen Umsatzanteil von 11 Prozent. Im Vergleich zu 2019 war dies jeweils eine Zunahme um einen Prozentpunkt. Die Menge der zur Qualitätsweinprüfung angemeldeten Roséweine stieg 2020 auf rund eine Million Hektoliter, zehn Jahre zuvor waren es noch 768 000 Hektoliter. Fast die Hälfte der in Deutschland verkauften Roséweine (47 Prozent) stammt aus heimischer Erzeugung, danach folgen mit jeweils 13 Prozent Marktanteil Weine aus Frankreich und Spanien.

          „Neben Rosés, die leicht zugänglich sind, gibt es auch immer komplexere Rosés“, sagte die deutsche Weinkönigin Sina Erdrich. Inzwischen würden Roséweine nicht nur aus Spätburgundertrauben, Dornfelder oder Portugieser erzeugt, sondern auch aus Trauben der Rebsorten Merlot und Cabernet Sauvignon, was dem Rosé eine gewisse Würzigkeit gebe.

          Merlot und Cabernet Sauvignon passen sich gut an den Klimawandel an

          Diese Rebsorten-Verbindung ist das Weingut Zehe-Clauß aus Mainz-Hechtsheim mit seinem 2020er Rosé trocken eingegangen, der im Wettbewerb des Deutschen Weininstituts den ersten Preis gewann. „Merlot und Cabernet Sauvignon reifen spät, haben in der Regel gesunde Trauben und passen im Klimawandel immer besser zu uns“, sagte der Winzer Marcus Clauß der Deutschen Presse-Agentur. Die roten Trauben ließ er bis zur Abfüllung 24 Stunden in der Maische, und 10 Prozent des preisgekrönten Weines durften im kleinen Holzfass reifen. Ein Verkaufspreis von 7,20 Euro zeige, dass Roséweine tendenziell noch unterschätzt würden, sagte DWI-Sprecher Ernst Büscher.

          Ein Sonderpreis für den besten Rosésekt ging an den 2019er Spätburgunder Crémant „Cuvée Nadine“ von der Mosel, benannt nach Nadine Herres-Singer vom Sektgut St. Laurentius. Der als Blanc de Noir vergorene Grundwein erhielt nach der Flaschengärung eine Dosage aus edelsüßen Weinen. „Den ersten Sekt aus Spätburgunder haben wir 1999 noch als Rotsekt hergestellt“, erinnert sich die Winzerin bei der Preisverleihung in Mainz. „Inzwischen sind wir schlauer, Rotsekt geht gar nicht."

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