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Stabilitätspakt : Eurostat will auch griechische Defizite vor 2000 überprüfen

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Nach den massiven Defizit-Korrekturen Griechenlands will die europäische Statistikbehörde weitere Daten unter die Lupe nehmen. Eine Delegation soll die Jahre überprüfen, die Grundlage für Griechenlands Aufnahme in den Euro-Raum waren.

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          Nach den massiven Korrekturen der Defizitangaben aus Griechenland will die europäische Statistikbehörde Eurostat auch die Daten vor dem Jahr 2000 überprüfen.

          Dazu werde eine Delegation nach Athen geschickt, teilte die Behörde am Donnerstag in Brüssel mit. Damit wird Eurostat auch die Jahre 1999 und 1998 unter die Lupe nehmen, die Grundlage für die Aufnahme Griechenlands in die europäische Währungsunion im Jahr 2001 waren.

          Mitgliedschaft Griechenlands soll nicht angezweifelt werden

          Allerdings stehe die Mitgliedschaft des Landes in der Eurozone nicht in Zweifel, erklärten Eurostat-Vertreter bei einer Pressekonferenz in Brüssel. Eurostat sei insgesamt aber mit der Glaubwürdigkeit der Daten aus Griechenland „nicht zufrieden“ und werde der dortigen Regierung Vorschläge für Änderungen der Berechnung machen.

          Für die Jahre 2000 bis 2003 hat Eurostat hat die Defizit- und Gesamtverschuldungsdaten Griechenlands revidiert. Daraus ergibt sich, daß Griechenland in jedem Jahr der 2001 begonnenen Eurozone-Mitgliedschaft die im Maastricht-Vertrag festgelegten Stabilitätskriterien verletzt hat. Auf Basis neuer Zahlen, die die griechischen Behörden auf Anforderung von Eurostat in den vergangenen Monaten geliefert haben, ergeben sich für die Jahre 2000 bis 2003 Defizitquoten von 4,1 Prozent, 3,7 Prozent, 3,7 Prozent und 4,6 Prozent des BIP.

          Eurostat will Erhebung der Daten ändern

          Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquin Almunia bezeichnete das Ausmaß der Korrekturen an den griechischen Defizit- und Verschuldungsdaten als „ernsthaft beunruhigend“. Eurostat-Generaldirektor Michel Vanden Abeele betonte, daß Eurostat seit Jahren die von Athen übermittelten Daten anzweifle und dies in den Statistiken stets in einer Fußnote vermerkt habe, insbesondere in bezug auf militärische Ausgaben. Nach Ansicht des Eurostat-Chefs muß das Erhebungssystem verbessert werden. Er habe entsprechende Vorschläge Währungskommissar Almunia bereits übermittelt, sagte Vanden Abeele. Dazu gehöre auch ein stärkeres Engagement der nationalen Statistikämter.

          Bereits am Mittwoch hatte die griechische Regierung eingeräumt, daß die Defizitquote im Jahr 2000 bei 4,1 Prozent gelegen habe und nicht, wie zunächst nach Brüssel gemeldet, bei 2,0 Prozent. Die gesamtstaatliche Verschuldung betrug 2000 bis 2003 demnach 114,0 Prozent, 114,7 Prozent, 112,5 Prozent und 109,9 Prozent des BIP.

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