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Staatsfonds Aabar angeblich vor Ausstieg : Spekulationen um Daimler-Großaktionär Abu Dhabi

Daimler-Chef Dieter Zetsche mit dem Aaber-Verwaltungsratsvorsitzenden Khadem Al Qubaisi auf einem Archivbild des Jahres 2009 Bild: dapd

Abu Dhabi ist über den Staatsfonds Aabar der größte Einzelaktionär von Daimler mit einem Aktienpaket von insgesamt gut 9 Prozent. Jetzt gibt es Gerüchte, wonach der Großaktionär ausstiegen will. In Stuttgart sind die Pläne laut einem Sprecher nicht bekannt. Der Kurs der Aktie fällt dennoch.

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          Mit einem deutlichen Kursrückgang von zeitweise 2,5 Prozent auf Werte unter 41 Euro hat die Daimler-Aktie auf Gerüchte über den Ausstieg des Großaktionärs Aabar reagiert. Der Staatsfonds des Emirats Abu Dhabi verhandele derzeit über die Modalitäten des Ausstiegs, berichtete das „Manager Magazin“ unter Berufung auf Konzernkreise. Während Aabar erklärte, Marktspekulationen würden nicht kommentiert, wurden bei Daimler die Gerüchte zurückgewiesen. „Uns ist nicht bekannt, dass Aabar den Anteil verringern will“, sagte ein Sprecher und machte deutlich, dass solche Vorhaben von Großaktionären typischerweise dem Unternehmen bekannt sein müssten: „Es hat darüber keine Gespräch gegeben.“

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Abu Dhabi ist über den Staatsfonds Aabar der größte Einzelaktionär von Daimler mit einem Aktienpaket von gut 9 Prozent. Nur ein Drittel dieses Pakets hält Aabar direkt. Die übrigen Aktien sind verliehen, wobei Aabar einen Rückübertragungsanspruch hat. Das Emirat war im März 2009 bei Daimler eingestiegen, als der Autohersteller tief in der Krise steckte und dringend liquide Mittel brauchte. Durch eine Kapitalerhöhung erwarb Aabar den Anteil von 9 Prozent an Daimler für knapp 2 Milliarden Euro, was umgerechnet einem Kurs von 20,27 Euro bedeutete. Aktuell liegt der Daimler-Kurs beim Doppelten. Er hatte Anfang 2011 aber auch schon fast 60 Euro erreicht. Rückblickend hat Aabar mithin den besten Zeitpunkt für einen Ausstieg verpasst. Mit Blick auf die Zukunft hat Konzernchef Dieter Zetsche indes eine positive Entwicklung in Aussicht gestellt: „Wir trauen uns noch mehr zu. Das gilt auch für den Aktienkurs“, sagte er Anfang April auf der Hauptversammlung.

          Aaber war mitten in der Autokrise 2009 bei Daimler eingestiegen

          Während weitere Großaktionäre - wie das seit langem investierte Emirat Kuweit sowie der amerikanische Finanzinvestor Blackrock - die Beteiligung an Daimler als reine Geldanlage betrachten, hat Aabar beim Einstieg 2009 auch umfangreiche Kooperationen angekündigt. So arbeitet Aabar mit Daimler beispielsweise in Algerien zusammen, wo Mercedes-Geländewagen, Transporter und Busse montiert werden. Außerdem sind Daimler und Aabar gemeinsam mit knapp 8Prozent an dem amerikanischen Elektroauto-Pionier Tesla beteiligt. Aabar hält an diesem Paket 40 Prozent. Dieses dürfte rund 100 Millionen Euro Wert sein. Ein anderer Tesla-Aktionär aus Abu Dhabi, der staatliche Energiekonzern Abu Dhabi National Energy (Taqa) hat sich vor wenigen Tagen von seiner siebenprozentigen Beteiligung an Tesla getrennt.

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