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Generalstreik mit Gefahren : Die Macht der Belarus-Kombinate

Streik der Belaruskali-Arbeiter in Soligorsk im August Bild: Reuters

Tritt Präsident Lukaschenka nicht zurück, soll ein Generalstreik folgen. Gerade in den Staatsbetrieben ist das aber nicht einfach.

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          Wenn sogar die Arbeiter streiken, dann ist es bald aus mit dem Regime: So dachten viele Oppositionelle in Belarus kurz nach der Präsidentenwahl von Anfang August. Damals, zu Beginn der Massenproteste gegen Wahlfälschung und Polizeigewalt, mit der Machthaber Aleksandr Lukaschenka die Demonstrationen niederschlagen ließ, legten auch viele Angestellte von Staatsbetrieben die Arbeit nieder – beim Minsker Traktorenwerk, den Autoherstellern Belas und Mas, dem Kalisalzhersteller Belaruskali. Die meisten aber kehrten nach ein paar Tagen wieder in die Werkshallen und Schächte zurück.

          Katharina Wagner
          Wirtschaftskorrespondentin für Russland und die GUS mit Sitz in Moskau.

          Die Staatsbetriebe sind für Lukaschenka tatsächlich von großer Bedeutung: Einerseits machen sie, obwohl oft unrentabel, einen großen Teil der belarussischen Wirtschaft aus, die durch die Krise ohnehin schon in Turbulenzen gestürzt ist. Zugleich sind die Kombinate aber auch eine der Stützen seines politischen Systems.

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