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Staatsanwaltschaft ermittelt : Drei Männer waschen Geld mit Gold

Ein Goldbarren ist eben doch nicht das Gleiche wie ein Ziegelstein. Bild: dpa

Erst wurde das Gold aus Dubai eingeschleust und dann über Umwege dorthin zurück verkauft. Ein Teil des Goldes wurde nun sichergestellt. Für die Geldwäsche haben die mutmaßlichen Täter keine Mühen gescheut.

          Einen großen Fall von Geldwäsche haben die Zollfahndung und die Staatsanwaltschaft Stuttgart aufgedeckt. Rund 50 Millionen Euro aus illegalen Geschäften sind demnach in den legalen Geldkreislauf eingeschleust worden – und zwar durch fingierte Goldeinkäufe.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Drei Tatverdächtige sitzen in Untersuchungshaft, darunter der mutmaßliche Drahtzieher, ein 50 Jahre alter pakistanischer Staatsangehöriger, der vorige Woche bei seiner Einreise am Flughafen Frankfurt festgenommen wurde, sowie ein 44 Jahre alter Türke und ein 34 Jahre alter Deutscher aus dem Großraum Stuttgart. Sie sollen die Geschäfte von einem eigens dafür gegründeten Juweliergeschäft im Rems-Murr-Kreis organisiert haben.

          Gekonnte Verschleierungskette

          Abgesehen von der Größenordnung des Falls handele es sich auch um eine „nicht alltägliche Verschleierungskette der Geldwäsche“, heißt es bei der Zollfahndung Stuttgart. Demnach sind mehrfach Goldeinfuhren aus Dubai nach Deutschland geschleust worden. Das Gold wurde dann nach den bisherigen Ermittlungen über Deutschland und Großbritannien wieder nach Dubai verkauft, wodurch schmutziges Geld in den legalen Geldkreislauf eingebracht worden sei – und das offenbar immer wieder.

          Die Ermittlungen dauern noch an. Die Justiz spricht von gewerbsmäßiger, bandenmäßiger Geldwäsche in einem besonders schweren Fall, was mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren bestraft werden kann. Dazu könnten noch Zolldelikte kommen. Zwar ist die Einfuhr im Fall von Feingold (sogenanntem Anlagegold) frei von Zoll und Einfuhrumsatzsteuer. Gefunden wurde bei Durchsuchungen aber Alt-Gold mit einem theoretischen Wert von 1,2 Millionen Euro – die Echtheit wird noch geprüft.

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