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Anzeigenaktion : Döpfner und die Türken

  • -Aktualisiert am

Springer-Chef Mathias Döpfner trommelt gegen Präsident Erdogan. Bild: dpa

Der Springer-Chef will Deutschlands Konzerne für eine Solidaritätsaktion gegen Erdogan einspannen. Er plant Anzeigen in türkischen Medien.

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          Die Vorstandsvorsitzenden der größten deutschen Konzerne haben dieser Tage ungewöhnliche Post von Springer-Chef Mathias Döpfner erhalten. In persönlichen Briefen fordert er die Vorstände aller 30 Dax-Konzerne auf, ihn in einer Solidaritätsaktion gegen die Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu unterstützen. Konkret geht es um eine Anzeigenkampagne, für welche die deutsche Großindustrie, Banken und Versicherungen ihren Namen (samt Unterschrift der Chefs) hergeben sollen. Dem Medienkonzern Springer geht es dabei mehr um die Symbolkraft als um den finanziellen Beitrag der deutschen Wirtschaft.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Auf zwei Seiten schildert Döpfner sein Anliegen: Die Unternehmen mögen sich dafür einsetzen, dass zu Unrecht verhaftete Deutsche aus türkischen Gefängnissen freikommen. Deniz Yücel, der Korrespondent aus dem eigenen Haus, ist dafür nur der prominenteste Fall, es handle sich um keine isolierte Aktion für ihn, so wird betont, der Einsatz gelte den Missständen insgesamt. Laut Bundesregierung befinden sich gegenwärtig 54 Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit in türkischer Haft.

          Döpfner weiß: Sein Aufruf entfaltet nur genug Schlagkraft, wenn er genügend Mitstreiter findet. Schließen sich weniger als die Hälfte der Konzernchefs an, so schreibt er in seinem Brief, habe die Aktion keinen Sinn. Die Reaktion der angefragten Topmanager bleibt bislang reserviert. Politische Einmischungen sind immer heikel, im Fall der Türkei besonders. Manche fürchten eine weitere Eskalation, andere sorgen sich ums Geschäft. Und alle, die in der Türkei Standorte und Fabriken haben, tragen Verantwortung für ihre Mitarbeiter vor Ort, denen womöglich Repressionen drohen. Döpfner hat da vorgesorgt: Der Axel-Springer-Konzern hat vorige Woche die Mitarbeiter intern angewiesen, nicht mehr in die Türkei zu reisen. Wer derzeit das Land besuche, der begebe sich „in eine unsichere Situation“, hieß es. „So leicht haben wir es nicht“, sagt der Manager von einem der angefragten Dax-Konzerne: „Wir können unsere Produktion nicht über Nacht abbauen und die Mitarbeiter vor Ort alleine lassen.“

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