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Sportrechte-Vermarkter : Chinesischer Investor kauft frühere Netzer-Firma Infront

  • Aktualisiert am

Günter Netzer Bild: dpa

Für über eine Milliarde Euro übernimmt ein chinesischer Immobilienkonzern einen Großteil des Sportrechte-Vermarkters Infront. Das Schweizer Unternehmen vermarktet unter anderem Übertragungsrechte für die nächsten Fußball-WMs.

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          Die chinesische Unternehmensgruppe Wanda erweitert ihren Einfluss im internationalen Sportgeschäft. Das Unternehmen des Immobilienbarons Wang Jianlin gab am Dienstag die Übernahme der Schweizer Sportmarketing-Agentur Infront Sports & Media bekannt, die für zahlreiche internationale Sportwettkämpfe und Vereine Rechte vermarktet. Für 1,05 Milliarden Euro kaufe Wanda die im schweizerischen Zug ansässige Firma von der Beteiligungsgesellschaft Bridgepoint, wie beide Unternehmen mitteilten. Bridgepoint hatte Infront im Jahr 2011 übernommen.

          Infront wird von Philippe Blatter geführt, dem Neffen des von Korruptionsvorwürfen umwitterten Präsidenten des Fußball-Weltverbands Fifa, Sepp Blatter. Bei Infront ist seit Jahren auch Ex-Nationalspieler Günter Netzer tätig. Er repräsentiert das Unternehmen seit Jahren nach außen. Das Unternehmen Infront entstand 2002 aus der Insolvenzmasse der Kirch-Gruppe. Netzer gelang damals gemeinsam mit Investoren die Übernahme. Heute besitzt Netzer nach Aussagen von Infront keine Anteile mehr. Wann er seine Anteile verkauft hat, will Infront nicht sagen. Netzer ist aber noch immer geschäftsführender Direktor des Schweizer Unternehmens.

          Das Unternehmen vermarktet unter anderem Übertragungsrechte für die nächsten Fußball-Weltmeisterschaften. So wird beispielsweise erwartet, dass Infront allein durch die Turniere in Russland und Katar mehrere hundert Millionen Dollar einheimst.

          Philippe Blatter in Peking

          Infront zählt zudem den Berlin-Marathon, die chinesische Basketball-Liga und die Europäische Handballföderation zu seinen Kunden. Für Werder Bremen vermarktet Infront unter anderem die Stadionwerbung und das Trikotsponsoring. Einen ähnlichen Vertrag unterhält Infront mit dem bei chinesischen Fans äußerst beliebten AC Mailand.

          Wanda-Chef Wang Jianlin erklärte, Infront sei „bestens positioniert“, um China bei seinen Bewerbungen für Sport-Großereignisse „aktiv zu unterstützen“. Peking bewirbt sich unter anderem um die Olympischen Winterspiele im Jahr 2022. Zudem trage der Zukauf von Infront dazu bei, die Entwicklung des chinesischen Sports zu fördern, erklärte Wang.

          Die Übernahme von Infront ist für Wanda innerhalb von einem Monat der zweite Zukauf in der Sportwelt. Im Januar hatte das Unternehmen für 45 Millionen Euro einen Anteil von 20 Prozent am spanischen Fußballverein Atletico Madrid gekauft. An Infront soll Wanda nach Abschluss des Geschäfts 68 Prozent halten. Die derzeitige Führungsriege soll beibehalten werden.

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