https://www.faz.net/-gqe-pzfw

Sportartikel : Noch springt Puma weit

  • Aktualisiert am

Vorstandschef Zeitz: Großes Potential für die Marke Bild: dpa/dpaweb

Der Sportartikelhersteller Puma hat das Jahr 2004 mit einem weiteren Rekordgewinn abgeschlossen. Nur der Ausblick auf ein weiteres Rekordjahr fällt etwas schwächer aus.

          Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller Puma hat im vergangenen Jahr Umsatz und Ergebnis kräftig gesteigert. Der Gewinn vor Steuern stieg um 40 Prozent auf 371 Millionen Euro und damit erneut auf Rekordniveau.

          „Wir sehen noch großes Potential für Marke und Unternehmen“, sagte Vorstandschef Jochen Zeitz am Montag in Herzogenaurach. Das Wachstum für 2005 fällt allerdings etwas schwächer aus. „Wir erwarten ein weiteres Rekordjahr für Puma mit einem Umsatz- und Gewinnwachstum im mittleren bis oberen einstelligen Bereich“, sagte Zeitz. Der Markt zeigte sich enttäuscht von dem Ausblick, die Aktie gab zunächst rund vier Prozent auf 181,92 Euro nach. Am späten Vormittag lagen die Titel noch mit 0,6 Prozent im Minus bei 189,90 Euro. „Was gestört hat, ist der Ausblick", sagte ein Händler. Um 12.49 Uhr lagen die Titel allerdings bei 2,19 Prozent im Plus.

          Die Aktionäre werden sich umstellen müssen, sagen Branchenkenner, die Zeiten des ungebremsten Wachstums neigen sich dem Ende zu. Nach der Sanierung und der Umwandlung der Wühltisch- zu einer heißbegehrten Modemarke müsse Puma-Chef Jochen Zeitz jetzt den breiten Sportartikelmarkt erobern, heißt es. Oder aber eben immer neue Trends liefern. Doch das könnte schwierig werden.

          Zukäufe nicht ausgeschlossen

          Die Auftragseingänge stiegen im neunten Jahr in Folge und lagen zum Jahresende 2004 erstmals über der Marke von 800 Millionen Euro, währungsbereinigt ein Plus von 18 Prozent.

          Mit den Zahlen für 2004 hat Puma sowohl die eigenen als auch die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Überschuß stieg um 43,5 Prozent auf 257,3 Millionen Euro gestiegen. Das Vorsteuerergebnis habe sich auf 370,7 (264) Millionen Euro erhöht, der konsolidierte Umsatz auf 1,530 (1,274) Milliarden Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Überschuß von 252 Millionen Euro und einem Vorsteuerergebnis von 367 Millionen Euro gerechnet. Die Dividende soll für 2004 auf einen Euro von zuvor 70 Cent je Aktie erhöht werden.

          Die weltweiten Markenumsätze, die sich aus konsolidierten und Lizenz-Umsätzen ergeben, erhöhten sich um 21 Prozent und überschritten erstmals knapp die Marke von 2 Milliarden Euro. Das Potential liege noch deutlich höher, sagte Zeitz. „Heute verfügt Puma über ein weltweit unverwechselbares Markenprofil.“ Der Vorstandschef des weltweit sechstgrößten Sportartikelherstellers schloß auch Zukäufe nicht aus. „Das Thema Akquisitionen wird uns beschäftigen.“

          Neue Arbeitsplätze in Aussicht

          2004 wuchsen die Umsätze in allen Regionen. In Europa, wo Puma Nummer 3 ist, wurde erstmals die 1-Milliarden-Marke knapp übersprungen, ein Plus von 17,6 Prozent. Auf dem amerikanischen Markt habe man große Fortschritte erzielt, sagte Zeitz. Die Umsätze stiegen um mehr als 20 Prozent auf 308 Millionen Dollar (rund 235 Millioinen Euro). Großes Potenzial sieht Zeitz in Asien, wo die Umsätze um 31,6 Prozent auf 181 Millionen Euro stiegen. Erstmals überschritt der Puma-Umsatz im größten Segment Schuhe knapp eine Milliarde Euro.

          Die Puma AG Rudolf Dassler Sport beschäftigte 2004 zum Jahresende weltweit 3910 Mitarbeiter (plus 721), davon 790 (plus 122) in Deutschland. „Auch 2005 beabsichtigen wir, in Deutschland neue Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte Zeitz.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Spaniens amtierender Ministerpräsident Pedro Sanchez nach dem Treffen mit König Felipe

          Regierungsbildung gescheitert : Stillstand in Spanien

          Pedro Sánchez hat keine Mehrheit im Parlament. Zum zweiten Mal in diesem Jahr wird im November ein neues Parlament gewählt. Doch die politische Blockade könnte andauern.
          Demnächst möglicherweise seltener zu sehen: „Zu vermieten“-Schild an einem Haus in Berlin-Schöneberg.

          F.A.Z. exklusiv : Mietendeckel schadet den Mietern

          Der Mietendeckel in Berlin soll das Wohnen bezahlbar halten. Doch die Studie eines renommierten Forschungsinstituts zeigt jetzt: Tatsächlich könnte er genau das Gegenteil bewirken.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.