https://www.faz.net/-gqe-77tcv

Spielwaren : Märklin vor Übernahme durch Simba Dickie

Ein Bobby-Car von Simba-Dickie (o) und eine Lokomotive von Märklin Bild: dpa

Simba Dickie ist Deutschlands größter Spielwarenhersteller. Jetzt steht der Bobby-Car-Produzent vor der Übernahme der Traditionsmarke Märklin. Am Donnerstag soll die Einigung offiziell bekanntgegeben werden.

          Die Übernahme des Modellbahnherstellers Märklin durch den Fürther Bobby-Car-Produzenten Simba Dickie ist dem Vernehmen nach perfekt. Das meldet die Deutsche Presse-Agentur aus gut informierten Kreisen. Eine Bestätigung dafür wollte keines der beteiligten Unternehmen abgeben. Für den Donnerstag ist aber eine Pressekonferenz in der Hauptverwaltung von Simba-Dickie anberaumt, zu der auch der Insolvenzverwalter Michael Pluta einlädt, der Insolvenzverwalter von Märklin. Dort sollen Einzelheiten der Einigung erläutert werden.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Interesse hat der Inhaber der Simba-Dickie-Gruppe, Michael Sieber, schon lange signalisiert. Damit wird der 56 Jahre alte Unternehmer abermals zum Retter eines zwar traditions- aber wenig erfolgreichen Herstellers. Die Holzspielwarenmarke Eichhorn war die erste, die Sieber vor dem Aus bewahrte und seiner Gruppe Simba-Dickie zuordnete. Das war 1998. Von da an kam der Fürther Unternehmer immer dann ins Gespräch, wenn eine Spielwarenmarke ins Straucheln kam oder wenn der Inhaberfamilie der geeignete Nachfolger fehlte. 1999 übernahm Sieber den Modellautohersteller Schuco, 2001 den Spielehersteller Noris, 2004 das Unternehmen Big mit seinem Rutscheauto Bobby Car, 2008 die Marke Schipper (Malen nach Zahlen) sowie 2010 die Marken Heros (Holzspielzeug), Majorette und Solido (Modellautos).

          Längst haben sich Sieber und seine Geschäftsführer Uwe Weiler (Strategie, Vertrieb) und Manfred Duschl (Finanzen) den Ruf solider Aufkäufer erworben. Strittig war bei den Gesprächen mit den Märklin-Verantwortlichen zuletzt noch die Frage eines Haustarifvertrags, da dieser Einschnitte bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld und keine Tariferhöhungen vorsieht. Märklin-Betriebsratschef Georg Geiger hatte allerdings bereits Anfang März berichtet, dass viele der rund 470 Mitarbeiter am Standort Göppingen (Baden-Württemberg) der Übernahme des Haustarifvertrags zugestimmt hätten. Im Gegenzug sollen die Beschäftigten eine Arbeitsplatzgarantie erhalten.

          Weitere Themen

          Ausstand bei Amazon Video-Seite öffnen

          Tarifkonflikt seit 2013 : Ausstand bei Amazon

          Der Tarifkonflikt bei Amazon dauert in Deutschland bereits seit 2013 an. 300 Mitarbeiter sind am Dienstag wieder in Werne auf die Straße gegangen. Die Kunden müssten sich keine Sorgen um ihre Geschenke machen, erklärte das Unternehmen.

          Toblerone ist jetzt halal

          Schokolade für Muslime : Toblerone ist jetzt halal

          Schokolade enthält weder Alkohol noch Schweinefleisch. Eine Halal-Zertifizierung sollte deshalb unkompliziert sein. Das Unternehmen hofft auf muslimische Kunden. Doch jetzt erhitzt der Vorgang die Gemüter.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.