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Spekulationen von Ökonomen : In zehn Jahren Ölpreis bei 200 Dollar?

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Wie geht es weiter mit dem Ölpreis? Bild: ddp

100 Doller je Barrel - der Anstieg des Ölpreises über diese Marke hat Symbolwirkung. Deshalb kochen jetzt die Diskussionen unter Fachleuten hoch. Wie geht es weiter? Das DIW hat einen Preis von 200 Dollar in zehn Jahren vorausgesagt. Doch auch andere Ökonomen und Analysten üben sich im Prognostizieren.

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          100 Doller je Barrel - der Anstieg des Ölpreises über diese Marke hat die Diskussionen der Fachleute über die Zukunft des Ölpreises angeheizt. Der jüngste Anstieg ist nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Doch es gibt auch Ökonomen, die schon wieder von fallenden Ölpreisen ausgehen.

          Die Energieexpertin des DIW, Claudia Kemfert, sagte der „Berliner Zeitung“ (Donnerstag): „Die Ölvorräte werden zunehmend knapp, und das wird die Preise weiter hochtreiben“. In fünf Jahren sei ein Ölpreis von 150 Dollar wahrscheinlich, in zehn Jahren sogar ein Preis von 200 Dollar, so die DIW-Expertin.

          „100 Dollar sind erst der Anfang“

          Der jüngste Preisanstieg sei allerdings zu großen Teilen spekulationsbedingt: „Der Anteil am Ölpreis, der auf Spekulation zurückzuführen ist, dürfte etwa 20 Prozent betragen“, sagte Kemfert. „Eine Entspannung beim Ölpreis ist in den nächsten Wochen deshalb nicht zu erwarten. Ich rechne kurzfristig sogar eher mit einem weiteren Anstieg bis auf 105 Dollar.“

          „100 Dollar sind erst der Anfang“, sagte auch Händler Zachary Oxman von Wisdom Financial voraus. „2008 wird es große Bewegungen beim Preis für Rohöl und auch für Gold geben.“ Energieanalyst Kris Voorspools von der belgischen Bank Fortis sieht den Grund nicht in Spekulationen: „Es geht um das Fundamentale: Angebot und Nachfrage“, sagte er (siehe dazu auch: Ölpreis: Mehr Spekulation als Knappheit?).

          Am Donnerstag wieder gesunken

          Das Hamburgische Weltwirtschafts-Institut (HWWI) geht allerdings im Gegensatz zu vielen anderen für 2008 generell von fallenden Ölpreisen aus. „Wir rechnen mit einem Rückgang im zweiten Quartal auf etwa 80 Dollar. Ende des Jahres könnte es sogar etwas weniger sein“, sagte Experte Klaus Matthies der „Berliner Zeitung“.

          Der amerikanische Ölpreis ist inzwischen am Donnerstag nach dem Rekordsprung am Vortag auf 100 Dollar je Barrel leicht gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Februar kostete am Morgen 99,46 Dollar und damit 16 Cent weniger als zum Handelsschluss am Mittwoch.

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