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SPD-Hoffnung Sigl-Glöckner : Sie kämpft gegen die Schuldenbremse

Ökonomin und SPD-Mitglied Philippa Sigl-Glöckner Bild: Fionn Grosse

Philippa Sigl-Glöckner gilt als finanzpolitische Hoffnung in der SPD. Das Ökonomische sei ihrer Partei „verloren gegangen“, sagt sie.

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          Der Wendepunkt in Philippa Sigl-Glöckners Leben hat sich im Jahr 2015 ereignet. Sie hatte gerade im Auftrag einer britischen Stiftung als Beraterin im Finanzministerium von Liberia begonnen, dem kleinen und bitterarmen Staat in Westafrika, da wollte der Minister wissen: „Wie viele Schulden darf ich machen?“ Eine einfache Frage. Doch die Antwort ist kompliziert – vor allem in Liberia. Draußen vor dem Ministerium versammelten sich am Monatsende bewaffnete Lehrer, weil ihr Lohn mal wieder ausgeblieben war. Im ganzen Land gab es nur zwei geteerte Straßen. Was rät man jemandem, der im Prinzip jede Ausgabe auf Pump finanzieren muss?

          Maja Brankovic
          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, zuständig für „Der Volkswirt“.

          Die damals 26 Jahre alte Ökonomin begann mit der Recherche, wühlte sich durch die Literatur, analysierte die internen Zahlen – und wurde immer ratloser. „In der Uni lernt man nicht, was Staatsschulden eigentlich sind. Die Annahme lautet: Sie sind keine gute Idee“, sagt sie. Eine Position, die sie auch in ihrer Abschlussarbeit in Oxford selbst vertreten hatte. Aber die Wirklichkeit habe nun mal anders ausgesehen. „Da brauchst du echt gute Gründe, wenn du die Kreditaufnahme nach oben hin begrenzt.“

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