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Fragen und Antworten : Waren Mallorca-Urlaube voreilig?

Vorsicht am Meer: Sicherheitshinweis am Strand von El Arenal Bild: Reuters

Reiseabsagen und Rückholaktion – was die Urlaubsbranche schon im März zu bewältigen hatte, wiederholt sich nun für Spanien-Reisen. Worauf müssen Urlauber nun gefasst sein?

          4 Min.

          Spanien mit Mallorca gilt nun als Risikogebiet. Für das Land – mit Ausnahme der Kanarischen Inseln – hat der Bund eine Reisewarnung ausgesprochen. Kann eine geordnete Rückholaktion während der Sommerferienzeit überhaupt gelingen?

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Reisebranche ist bemüht, alle Sorgen vor einem Rückflugchaos zu zerstreuen. Nach Schätzung des Deutschen Reiseverbands halten sich aktuell rund 30.000 Pauschalreiseurlauber auf den Balearen – Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera – auf. Das ist ein Bruchteil des Vorjahreswerts. Für die meisten von ihnen steht binnen der nächsten sieben Tage ohnehin der Rückflug an. Die Reiseveranstalter wie TUI lassen ihren Kunden die Wahl, ob sie vorzeitig heimfliegen wollen oder an ihrem geplanten Flugtermin festhalten. Sie verweisen auf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der gesagt hatte, dass weiter ein Urlaub auf Mallorca verbracht werden könne, wenn Gäste die gebotene Vorsicht zeigten. „Abstand halten, Hygiene-Regeln einhalten, Alltagsmasken in bestimmten Situationen tragen“ blieben die goldene Regel.

          Was erwartet Heimkehrer nach der Landung in Deutschland?

          Für alle Risikogebiete – und somit nun auch für Mallorca – gilt, dass Reisende sich nach dem Heimkehr auf das Coronavirus testen lassen müssen. Bis zu einem negativen Ergebnis müssen sie sich in Quarantäne begeben. An Flughäfen sind Testzentren eingerichtet worden. Eine Untersuchung lässt aber auch in den örtlichen Testzentren nachholen. Über die Testpflicht werden alle Urlauber auf dem Flug informiert – verbunden mit dem Hinweis, dass ein Bußgeld droht, wenn kein Test gemacht wird.

          Wer kontrolliert die Tests von Rückkehrern?

          Auf Flügen aus Risikogebieten nach Deutschland müssen alle Reisenden Registrierkarten ausfüllen und ihre Kontaktdaten hinterlassen. Die Angaben stehen auch Gesundheitsämtern zur Verfügung, damit diese in Stichproben  prüfen können, ob die vorgeschriebenen Tests erfolgt sind und Quarantänevorgaben eingehalten werden. Ein zwangsweises Schleusen von Passagieren vom Flugzeug direkt zur Teststation findet aber nicht statt.

          Entstehen Urlaubern durch Rückholaktion und Tests Zusatzkosten?

          Nein, für Pauschalreiseurlauber sind die Reiseveranstalter verpflichtet, mit dem bezahlten Reisepreis auch die Rückreise zu organisieren. Entstehen Mehrkosten für Extraflüge haben die in der Krise ohnehin gebeutelten Reiseunternehmen die Kosten zu tragen. Anders sieht es bei Individualreisenden aus, die Flug und Unterkunft auf eigene Faust und separat gebucht haben. Sie müssen sich selbst um die Rückreise kümmern und ein möglicherweise nötiges neues Ticket komplett selbst bezahlen. Ob sie ein Teil des Preises für den ursprünglich gebuchten Flug zurückbekommen, hängt von den jeweiligen Tarifbestimmungen ab. Für günstige Tarife schließen Fluggesellschaften meist eine Erstattung aus. Die Corona-Tests sind für alle Heimkehrer kostenlos. Dies ist aber umstritten, Forderungen, Urlauber zur Kasse zu bitten, häufen sich. Gesundheitsminister Spahn hat aber erklärt, an kostenfreien Tests festhalten zu wollen, damit sich Urlauber nicht aus Kostengründen den Tests entziehen.

          Fallen geplante Mallorca-Urlaube nun aus?

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