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: Spanien

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Bild: F.A.Z.

Nach Griechenland und Portugal gelang es am Donnerstag auch dem Krisenland Spanien, ohne Mühe mit der Auflage neuer Staatsanleihen den ersten Markttest des Jahres zu bestehen. Die Auflage von Fünfjährigen im Wert von drei Milliarden Euro hatte jedoch ihren Preis:

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          Nach Griechenland und Portugal gelang es am Donnerstag auch dem Krisenland Spanien, ohne Mühe mit der Auflage neuer Staatsanleihen den ersten Markttest des Jahres zu bestehen. Die Auflage von Fünfjährigen im Wert von drei Milliarden Euro hatte jedoch ihren Preis: 4,6 Prozent Zinsen, der höchste Satz seit dem Jahr 2008 und fast ein Prozentpunkt über der letzten Versteigerung.

          Für die sozialistische Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero war dies dennoch eine gute Nachricht. Sogar von gebannter Ansteckungsgefahr aus dem lusitanischen Westen war die Rede. Der, wie bestellt, am Donnerstag eingetroffene Krisenausschuss des Europäischen Parlaments, gab Spanien symbolträchtige rhetorische Rückendeckung. Europakommissar Ollie Rehn hatte sogar schon vor der Versteigerung Zapateros „umfassendes Reformprogramm“ - Arbeitsmarkt, Rentenalter, Sparkassenfusionen - als Vertrauensfaktor gerühmt. Darin steckt jedoch allerlei Zukunftsmusik.

          An den Finanzmärkten warten auf Spanien in diesem Jahr noch drei Feuerproben: im Mai, August und Oktober müssen neue Schuldentitel im Wert von jeweils bis zu 15 Milliarden Euro abgesetzt werden. Das Gesamtvolumen für dieses Jahr wird derzeit mit knapp fünfzig Milliarden Euro hochgerechnet. Um Investoren zu beruhigen und zu animieren wird vieles davon abhängen, ob der wiedergeborene Reformsozialist Zapatero seinen Sparkurs halten und vielleicht sogar doch noch den von ihm angestrebten „großen Sozialpakt“ mit den Tarifpartnern und der konservativen Opposition erreichen kann.

          Am Donnerstag hatte es im milden Licht gestiegener Börsenkurse nach den iberischen Anleiheauktionen den Anschein, als lockerten sich in Madrid die Fronten. Oppositionsführer Mariano Rajoy, der sich nicht länger nachsagen lassen möchte, er sitze nur auf dem Zaun und warte, bis Zapatero unter den Trümmern seiner Finanz- und Wirtschaftspolitik stürze und doch vorzeitige Wahlen ausrufen müsse, erklärte seine Kooperationsbereitschaft.

          Der neue Arbeitgeberpräsident Joan Rosell machte versöhnliche Geräusche. Und die Gewerkschaften, die wegen der geplanten Erhöhung des Rentenalters von 65 auf 67 Jahre schon mit einem zweiten Generalstreik gedroht hatten, teilten mit, dass dieser wenigstens „nicht noch im Januar“ stattfinden werde.

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