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Neue Verordnung durch Spahn : Den Kliniken drohen neue Personalprobleme

  • -Aktualisiert am

In guten Händen: Eine Krankenschwester betreut einen Patienten auf einer Intensivstation. Mit Spahns neuer Verordnung sollen einzelne Stationen eine Untergrenze für Pflegepersonal haben. Bild: dpa

Krankenhäuser weisen Patienten ab, weil die Kliniken weniger Personal haben als vorgeschrieben. Jetzt verschärft Gesundheitsminister Spahn die Regeln noch weiter.

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          Erst in der vorigen Woche war bekanntgeworden, dass Krankenhäuser Betten auf Intensivstationen nicht mehr belegen oder ganze Stationen abmelden, weil sie Vorschriften für ihre Personalausstattung nicht einhalten können. Jetzt weitet Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) diese Vorschriften auf weitere Stationen im Krankenhaus aus. Von Januar an gibt es Untergrenzen für Fachpersonal auch in der Herzchirurgie, der Neurologie, in der nephrologischen Frührehabilitation und in neurologischen Schlaganfalleinheiten, sogenannten „Stroke-Units“ – so steht es in einer Verordnung, die der F.A.Z. vorliegt.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Wien.

          Die Besetzung mit Fachkräften fällt den Krankenhäusern nicht leicht. Denn der Markt für Fachpersonal in Krankenhäusern wie Altenheimen ist leer. Zudem haben die Kliniken in früheren Jahren an Pflegekräften gespart, um Geld zur Finanzierung von Investitionen zu bekommen, das die Länder – meist pflichtwidrig – nicht zur Verfügung gestellt haben. Die Folge für viele Pflegekräfte sind verschlechterte Arbeitsbedingungen und eine erhöhte Arbeitsintensität, wie die Gewerkschaft Verdi seit langem beklagt.

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