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„Inspiration4“ : SpaceX lässt Touristen abheben

Eine Rakete des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX Bild: AP

Die erste bemannte Privatmission von Elon Musks Raumfahrtunternehmen ist erfolgreich gestartet. Die Besatzung wird nun tagelang die Erde umkreisen.

          2 Min.

          SpaceX hat einen weiteren Meilenstein erreicht. Das von Elon Musk geführte Raumfahrtunternehmen hat mit Erfolg seine erste reine Privatmission mit Menschen an Bord gestartet. Wenige Minuten nach 20 Uhr Ortszeit hob plangemäß eine SpaceX-Rakete vom Kennedy Space Center in Florida ab, um eine Raumkapsel mit einer vierköpfigen Besatzung ins Weltall zu bringen. Dort soll die Crew nun drei Tage lang die Erde umkreisen, 15 mal am Tag. Die Trägerrakete löste sich wenige Minuten nach dem Start von der Kapsel und kehrte unbeschadet wieder auf die Erde zurück, sie landete auf einer schwimmenden Plattform im Atlantik.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Für SpaceX ist es die erste bemannte Mission, bei der keinerlei professionelle Astronauten befördert werden, sondern ausschließlich Privatpersonen. Es ist auch der erste Privattrip überhaupt, der weit über die Grenze zum Weltraum hinaus in den Orbit hinein führt. Insofern stellt er auch die öffentlichkeitswirksamen Flüge der beiden Multimilliardäre Jeff Bezos und Richard Branson im Juli in den Schatten.

          Bezos ließ sich zusammen mit drei anderen Passagieren von einem Raketensystem seines Unternehmens Blue Origin bis zur Kármán-Linie bringen, die hundert Kilometer über dem Meeresspiegel liegt und oft als Grenze zwischen der Erdatmosphäre und dem Weltraum beschrieben wird. Branson und seine Crew blieben mit einem Raumgleiter seines Unternehmens Virgin Galactic einige Kilometer darunter. Die Mission von SpaceX soll eine Höhe von 580 Kilometern erreichen. Das ist noch tiefer im Weltall als die Raumstation ISS, die etwas mehr als 400 Kilometer von der Erde weg ist.

          SpaceX viel weiter als der Luft- und Raumfahrtkonzern Boeing

          Im Gegensatz Bezos und Branson hat Musk für sich selbst keinen Sitz auf der „Inspiration4“ Privatmission in Anspruch genommen. Die Besatzung wird vom 38 Jahre alten Jared Isaacman angeführt, der für den Flug bezahlt hat, wobei er nicht verraten hat, wie viel. Isaacman ist als Gründer des auf Bezahlsysteme spezialisierten Unternehmens Shift4 Payments reich geworden, Forbes beziffert sein Vermögen auf 2,4 Milliarden Dollar. Er ist ein leidenschaftlicher und erfahrener Pilot und hat den Flug mit SpaceX als wohltätige Aktion inszeniert, mit der er 200 Millionen Dollar für ein auf Krebserkrankungen von Kindern spezialisiertes Krankenhaus sammeln will. Er hat einen der anderen Sitze an eine ärztliche Assistentin aus dem Krankenhaus gegeben, die selbst eine Krebserkrankung hinter sich hat, für die anderen beiden Sitze schrieb er Wettbewerbe aus.

          Der private Charakter des Weltraumabenteuers bedeutet, dass die NASA diesmal weitgehend außen vor bleibt. Ebenso wie bei den jüngsten Astronautenmissionen für die amerikanische Raumfahrtbehörde kommt auch jetzt beim Flug mit Touristen eine Falcon-9-Rakete und eine Crew-Dragon-Raumkapsel zum Einsatz. SpaceX hat der NASA im vergangenen Jahr die Rückkehr in die bemannte Raumfahrt ermöglicht und erstmals seit dem Ende des Spaceshuttle-Programms 2011 wieder Astronauten von amerikanischem Boden ins All gebracht. Mittlerweile gab es drei solcher Missionen, die vierte soll Ende Oktober beginnen.

          SpaceX ist hier viel weiter als der Luft- und Raumfahrtkonzern Boeing, der von der NASA als zweiter Partner für bemannte Flüge ausgewählt wurde. Boeing hat aber in seinem Programm mehrere Rückschläge erlebt und muss noch einen erfolgreichen unbemannten Testflug absolvieren, bevor Astronauten ins All gebracht werden können.

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