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Sorgen über Fachkräftemangel : Gesundheitsbranche will 70.000 neue Stellen schaffen

  • -Aktualisiert am

Fachkräfte werden knapp im Gesundheitswesen Bild: AP

Nach einer Studie des DIHK wollen Pharmafirmen, Medizinprodukthersteller, Pflegeheime und Krankenhäuser in diesem Jahr 70 000 Arbeitsplätze schaffen. Außerdem planen sie deutlich höhere Investitionen, sagte DIHK-Präsident Driftmann der F.A.Z.

          ami. BERLIN, 9. April. Die Gesundheitsbranche beurteilt die wirtschaftlichen Aussichten besser als andere Wirtschaftzweige. Zu dem Ergebnis kommt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in einer Befragung von 850 Anbietern von Gesundheitsleistungen. Zwar sehen die Unternehmen die besten Perspektiven im Ausfuhrgeschäft und weniger auf dem Inlandsmarkt. Doch planen sie unter dem Strich eine deutliche Ausweitung von Investitionen und Beschäftigung. „In der Gesundheitswirtschaft werden im laufenden Jahr 70 000 neue Stellen entstehen“, prognostizierte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann gegenüber der F.A.Z. Damit trage „dieser Zukunftssektor ganz wesentlich zur erfreulichen Arbeitsmarktentwicklung bei“.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Die Gesundheitsbranche ist einer der größten Wirtschaftsbereiche in Deutschland. Nach kürzlich veröffentlichten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes stiegen die Ausgaben 2010 auf 287,3 Milliarden Euro. Der Zuwachs um 3,2 Prozent habe etwa der jährlichen Rate seit der Jahrhundertwende entsprochen. Die Gesundheitsausgaben betrugen 11,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die Branche zählt mehr als 4 Millionen Beschäftigte.

          Viele Betriebe berichten laut DIHK von Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Der Fachkräftemangel stehe nach Konjunktur- und Regulierungsrisiken auf Platz zwei der Sorgenliste der Anbieter von Gesundheitsleistungen. Vor allem in den personalintensiven Gesundheits- und Sozialdiensten, aber auch in der Medizintechnik würden Mitarbeiter gesucht, sagte Driftmann. Er sehe mit Besorgnis, dass Fachkräfte immer knapper würden. In der Gesundheitswirtschaft schätzten 43 Prozent der Betriebe den Fachkräftemangel als wirtschaftliches Risiko ein, bei den Gesundheits- und Sozialdiensten seien es fast 70 Prozent.

          Driftmann warb für mehr Ausbildung in der Pflege und sein Modell eines ergänzenden IHK-Pflegeberufs. Er bekräftigte die in der Branche und der deutschen Politik einhellige Ablehnung der EU-Pläne, 12 statt 10 Schuljahre zur Voraussetzung für die Ausbildung in der Krankenpflege zu machen. Solche Maßnahmen verschärften nur die Engpässe.

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