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Sondersteuer auf Boni : Hilfloser Populismus

Eine einmalige Strafsteuer auf horrende Boni ist nicht mehr als ein populistischer Versuch einer schwachen britischen Regierung, das eigene Überleben zu erreichen. Die Reformen im Finanzwesen sind zu wichtig, um sie als Spielball im Wahlkampf zu missbrauchen.

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          Seit Monaten arbeiten internationale Gipfeldiplomaten an einem Plan zur Reform des globalen Finanzsystems. Nicht noch einmal sollen Banken die Weltwirtschaft an den Rand des Abgrunds führen. Nicht noch einmal sollen die Steuerzahler mit Billionen-Beträgen an staatlichen Finanzhilfen und Garantien Finanzkonzerne retten müssen. Leider mehren sich die Anzeichen, dass die Reformen halbherzig bleiben. Das jüngste Warnsignal sind hilflose Versuche der britischen Regierung, die bereits wieder sprudelnden Bonuszahlungen für Banker einzudämmen.

          Es schreit zum Himmel, wenn etwa die Royal Bank of Scotland dieses Jahr 2 Milliarden Pfund Boni ausschütten will, obwohl die Bank vor wenigen Monaten vom Staat mit dreistelligen Milliardenbeträgen vor dem Kollaps bewahrt werden musste. Doch eine einmalige Strafsteuer auf solche Einkommen hilft nicht weiter, sie ist nicht mehr als ein populistischer Versuch einer schwachen Regierung, das eigene Überleben zu erreichen. Statt hektischer Schnellschüsse sind nachhaltige Antworten nötig. Die Reformen im Finanzwesen sind für die Wirtschaft zu wichtig, um sie als Spielball im Wahlkampf zu missbrauchen.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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