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Autobranche : Sondereffekt treibt Europas Automarkt im September an

Autos fahren Über eine Brücke. Bild: dpa

Fast 1,25 Millionen neue Autos sind im September in der Europäischen Union neu zugelassen worden. Und damit deutlich mehr als noch im Vorjahresmonat. Insgesamt geht es seit Jahresbeginn aber bergab.

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          Der September vergangenen Jahres war ein Horrormonat für die Autohersteller in der Europäischen Union. Im Vergleich zum September 2017 fielen damals die Zulassungszahlen fast aller Fahrzeugproduzenten um zweistellige Prozentbeträge. Der Grund: Die Unternehmen hatten es nicht rechtzeitig geschafft, ihre Neuwagenflotten für das vor einem Jahr eingeführte Abgas- und Verbrauchsmessverfahren WLTP zu zertifizieren. In Summe sanken die Neuzulassungen in der EU damals um mehr als 23 Prozent. Der September dieses Jahres zeigt nun aufgrund des damaligen Sondereffekts ein umgekehrtes Bild. Wegen des niedrigen Niveaus der Zulassungen im Vorjahr haben viele Autohersteller im vergangenen Monat Zuwachsraten in zweistelliger Prozenthöhe verzeichnet.

          Insgesamt haben die Behörden in der Europäischen Union laut dem europäischen Autoherstellerverband Acea im September fast 1,25 Millionen Autos neu registriert, was einem Wachstum um 14,5 Prozent entspricht. In 27 der 28 EU-Staaten gab es demnach teils deutlich höhere Zulassungszahlen als im Vorjahresmonat. Allein in Bulgarien sank die Zahl der neu registrierten Fahrzeuge um mehr als 8 Prozent. Während in Deutschland im September gut 22 Prozent mehr Fahrzeuge zugelassen wurden als im Vorjahresmonat, betrug das Plus in Spanien 18 Prozent. Frankreich verzeichnete einen Zuwachs in Höhe von fast 17 Prozent, in Italien waren es gut 13 Prozent. Das Wachstum in Großbritannien fiel dagegen mit 1,3 Prozent niedrig aus, was der Acea auf die anhaltende Verunsicherung der Konsumenten wegen des geplanten Austritts des Landes aus der EU zurückführt.

          Im bisherigen Jahresverlauf hat sich mit dem September das Minus auf dem europäischen Automarkt nun etwas verringert. Zwischen Januar und September ließen die Behörden rund 11,8 Millionen Neuwagen zu, was einem Rückgang um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Zur Halbjahresbilanz im Sommer waren die Neuzulassungszahlen noch um 3,1 Prozent gefallen.

          Die Bilanz der Hersteller fällt nach neun Monaten gemischt aus. Mit einem Absatzminus von 1,4 Prozent ist der Volkswagen-Konzern in der EU etwas langsamer geschrumpft als der Gesamtmarkt. Mit gut 2,86 Millionen Neuzulassungen bleibt das Unternehmen aber mit Abstand der absatzstärkste Autohersteller in Europa. Auf Rang zwei folgt der französische Autohersteller PSA Peugeot Citroën, dessen Absatz mit rund 1,93 Millionen Fahrzeugen nahezu stagnierte. Die Neuzulassungen der deutschen PSA-Marke Opel sanken in den ersten neun Monaten um 2,4 Prozent.

          Der Daimler-Konzern verzeichnete mit den Marken Mercedes und Smart ein Absatzplus von gut 4 Prozent auf mehr als 729.500 Fahrzeuge. Der Münchner Konkurrent BMW setzte derweil inklusive der Marke Mini fast  746.700 Autos ab und hielt damit seinen Absatz stabil. Im Rennen Premiummarken der beiden Konzerne hat aber Mercedes weiter die Nase vorn. Während nach drei Vierteln des Jahres rund 587.600 Neuzulassungen in der EU ein BMW-Emblem hatten, trugen 652.100 den Mercedes-Stern.

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