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Verreisen in der Pandemie : Wie geht Urlaub mit Umsicht?

Für Urlauber geöffnet: Strand südlich von Athen Bild: dpa

Bald starten die Sommerferien. Der Urlaub mit Umsicht wird möglich sein. Doch Reisende müssen einiges beachten. Hier kommen Antworten auf die wichtigsten Fragen.

          5 Min.

          „Wir werden anders reisen, aber wir werden reisen“, sagt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Was bedeutet das für Urlauber?

          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Mit dem Sinken von Inzidenzzahlen und dem Ende von Quarantänepflichten sind viele Länder Europas für Sommerurlauber wieder erreichbar. Allerdings bestehen Auflagen fort, die sich hauptsächlich auf zusätzlich nötige Dokumente beziehen. „Nicht nur an die Zahnbürste denken, sondern auch an die anderen Dinge auf der Checkliste“, formuliert Scheuer seine Mahnung etwas flapsig. Das Missachten dieses Rats kann aber Urlaubspläne durchkreuzen, wie Dirk Inger, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Reiseverbands (DRV) mahnte.

          Inger ist gerade dienstlich in Griechenland. Auf seinem Hinflug hätten zehn Passagiere nicht mitfliegen dürfen, weil sie entweder keinen Nachweis über einen negativen Test beziehungsweise eine Impfung dabei hatten – oder die von Griechenland geforderte digitale Einreiseanmeldung nicht erledigt hatten. Damit das in den Ferien Urlaubern nicht passiert, haben der DRV und der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) eine Checkliste gestaltet, die Reisende online bei den Verbänden und beim Verkehrsministerium finden.

          Es gibt mehr Formalitäten – dauert die Hinreise deshalb länger?

          Darauf sollten sich Urlauber einstellen. Die dringende Empfehlung ist, dass Reisende den üblichen Ratschlag mindestens zwei Stunden vor dem Start des Urlaubsfliegers am Flughafen zu sein, in diesem Sommer besonders ernst nehmen. „Entlang der gesamten Reisekette sind die Sicherheitsanforderungen gestiegen“, sagt  Inger. Das heißt: Urlauber müssen sich auch für Reisen im Schengen-Raum darauf einstellen, dass sie nur die Bordkarten- und die Sicherheitskontrolle zu passieren haben.  Auch Test- und Impfnachweise – entweder in der App oder auf Papier – sowie gegebenenfalls Einreiseanmeldungen für ein Zielland werden geprüft – was Kontrollen verlängert.

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          Wenn mehr kontrolliert wird, drohen dann Gedränge und lange Warteschlangen in Flughäfen?

          Das spricht zwar niemand aus, doch diese Sorge treibt Politik und Unternehmen wohl um. Große Menschenaufläufe wären trotz aller Pflichten zum Abstandhalten in Terminals ein unwillkommenes Bild. Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Luftfahrtverbands BDL, sagt deshalb: „Unser Unternehmen tut alles Mögliche, um Reisen wieder zu vereinfachen, aber auch Kunden können etwas dafür tun.“ Sein Rat: Reisende sollen sich mehr vorbereiten.

          Dazu zählt: Den Check-In, um die Bordkarte zu bekommen, möglichst online erledigen. Alle nötigen Dokumente vom Ausweis bis zum Impf- oder Testzertifikat stets griffbereit haben. Digitale Dokumente auf Smartphones stets so speichern, dass sie schnell aufgerufen werden können, damit Warteschlangen kurz bleiben. Am Frankfurter Flughafen öffnen die Deutsche Lufthansa, Fraport und der Testcenterbetreiber Centogene eine Drive-in-Station, an der Reisende bis zu 23 Stunden vor Abflug – und somit schon am Vorabend – vorfahren können, um ihr Gepäck aufzugeben und einen Corona-PCR-Test zu machen.

          Seit Wochen wird viel über Urlaubsbuchungen geredet. Gibt es überhaupt noch Offerten für Flugpauschalreisen ins Ausland?

          Ja. Für manchen Flug mag zwar kein Ticket mehr zu ergattern sein, insgesamt gibt es aber noch viel mehr Buchungsmöglichkeiten, als den Anbietern lieb ist. Der Buchungsstand der Reiseveranstalter liegt nach Marktdaten etwa bei einem Drittel des Niveaus aus dem Vorkrisenjahr 2019, für die Sommermonate planen die deutschen Fluggesellschaften laut Flugplandaten aber damit, im innereuropäischen Verkehr nur 34 Prozent weniger Starts anzubieten als 2019, also zwei Drittel der Flüge wieder durchzuführen. Auch Hotelzimmer sind noch verfügbar.

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          Welche Länder sind für Urlauber wieder erreichbar?

          In Europa fast alle. Von deutschen Flughäfen aus werden in der Ferienzeit wieder 217 Zielorte in Europa angesteuert, das sind nur neun weniger als im Jahr 2019. Allerdings werden viele Strecken seltener bedient. Einige Länder haben aber noch nicht wieder für Touristen geöffnet beziehungsweise verlangen von Ankommenden eine Quarantäne. Aktuell sind das Norwegen, Finnland, Großbritannien und Island. Am Mittelmeer sind indes Italien und weite Teile Spaniens – einschließlich der Balearen-Inseln mit Mallorca – keine Risikogebiete mehr.

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