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Ost- und Westdeutschland : Es lebe der Unterschied!

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Dresdner Studentinnen und Studenten präsentieren ihre Kunstwerke aufgrund der Corona-Beschränkungen an der frischen Elbluft. Bild: ZB

Die unfruchtbare Diskussion über eine Angleichung des Ostens an den Westen muss beendet werden. Notwendig ist die Besinnung auf föderale Prinzipien und mehr Autonomie der Bundesländer. Ein Gastbeitrag.

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          Vor dreißig Jahren wurde Deutschland wiedervereinigt. Seither diskutiert das Land darüber, wie lange es noch dauern wird, bis sich der Osten dem Westen angeglichen haben wird. Tatsächlich war die Wiedervereinigung von Anfang an nicht allein von Freude über das Ende der deutschen Teilung, den Untergang einer menschenverachtenden Diktatur und die Beseitigung schwer zu überwindender Mauern und Grenzzäune geprägt. Je nach Standpunkt und Erwartung kam zu dieser Freude stets ein sorgen- oder hoffnungsvoller Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung des Ostens im Vergleich zum Westen hinzu. Und so scheinen sich gerade Jubiläumsjahre wie das gegenwärtige dazu zu eignen, die wirtschaftlichen Erfolge und Misserfolge im Osten seit der Wiedervereinigung nicht nur zu bilanzieren, sondern die Entwicklung auch am Westen als vermeintlich selbstverständlichem Maßstab zu messen.

          Genauso wie zu den Jubiläen vor zehn und vor zwanzig Jahren gehen die meisten wirtschaftspolitischen Beiträge zur Wiedervereinigung in diesem Jahr explizit oder implizit von der Zielvorstellung aus, der Osten solle so werden wie der Westen. Selbst Beiträge, die eine Angleichung des Ostens an den Westen für kaum realisierbar halten, rütteln nicht an der Vorstellung, eine solche Angleichung wäre eigentlich wünschenswert. Dass sich der Osten in vielen Merkmalen noch immer vom Westen unterscheidet, wird deshalb von vielen Kommentatoren als Beleg dafür genommen, dass die Wiedervereinigung selbst nach dreißig Jahren noch unvollkommen sei.

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