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Solide Bilanz : Microsoft sorgt für Erleichterung

Positiver Ausblick Bild: AP

Der Softwarekonzern legt glänzende Zahlen vor – und zeigt sich im Ausblick optimistischer als andere Technologieunternehmen. Windows und Office sind die mit Abstand wichtigsten Umsatz- und Gewinnbringer.

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          Der größte Softwarekonzern der Welt, Microsoft Corp., hat bei der Vorlage seines Quartalsberichts Zuversicht verbreitet und damit an der Börse für Erleichterung gesorgt. Der Aktienkurs legte im Handelsverlauf um 3 Prozent zu und notierte um 34,30 Dollar. Auch andere Technologieunternehmen konnten sich über Kursgewinne freuen. Microsoft hat in den vergangenen drei Monaten deutlich besser abgeschnitten als erwartet und seine Prognosen für die nächsten Quartale nach oben korrigiert. Damit hat Microsoft einen Kontrapunkt zu vielen anderen Technologieunternehmen gesetzt, die in der bisherigen Berichtssaison für Enttäuschungen gesorgt hatten. So haben der Chiphersteller Intel und der Computer- und Elektronikkonzern Apple zwar gute Zahlen vorgelegt, blieben aber mit ihren Ausblicken unter den Erwartungen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Microsoft meldete nun für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2007/2008 (30. Juni) ein Umsatzplus von 30 Prozent auf 16,4 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 16,0 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn kletterte um 79 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar. Das Ergebnis je Aktie von 50 Cent lag um 4 Cent über den Analystenschätzungen.

          Windows und Office als Umsatzbringer

          Das hohe Umsatzwachstum wurde durch einen Sondereffekt aus dem vergangenen Jahr begünstigt: Der Umsatz im Vorjahresquartal war besonders niedrig, weil Microsoft die Neuauflagen des Betriebssystems Windows und der Bürosoftware Office in der Privatkundenversion in das erste Kalenderquartal 2007 verschieben musste. Windows und Office sind die mit Abstand wichtigsten Umsatz- und Gewinnbringer für Microsoft. Das Unternehmen rief damals ein Garantieprogramm aus, das Kunden für gekaufte Rechner eine Umstellung auf die neuen Versionen erlaubte. Damit wollte Microsoft ein Einbrechen des Computergeschäfts verhindern, während die Kunden auf die Neuauflagen warteten. Die damals gemachten Umsätze buchte Microsoft aber nicht sofort, sondern verschob sie auf das darauffolgende Quartal. Diesen verschobenen Umsatz bezifferte Microsoft damals auf 1,64 Milliarden Dollar.

          Wird dieser Effekt berücksichtigt, kommt Microsoft für das abgelaufene Quartal auf ein Umsatzwachstum von insgesamt 15 Prozent. Damit bewegt sich Microsoft im Rahmen der Entwicklung des gesamten Computermarktes, der nach Angaben des Unternehmens in den vergangenen drei Monaten ein Plus von 14 bis 16 Prozent schaffte.

          Schwächen im Internetgeschäft

          Die Bedeutung von Windows und Office wurde im vergangenen Quartal einmal mehr deutlich: Zusammen standen die Sparten mit diesen Produkten für 56 Prozent des Konzernumsatzes. Die Windows-Sparte schraubte den Umsatz um 68 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar nach oben; bereinigt um den Sondereffekt, hätte das Wachstum bei 16 Prozent gelegen. Microsoft wies auf eine gute Entwicklung der neuen Windows-Version Vista hin, von der mittlerweile 100 Millionen Lizenzen abgesetzt worden seien. Das Unternehmen musste für Vista bei der Einführung zunächst einige schlechte Kritiken einstecken, und es gab technische Schwierigkeiten.

          In der Sparte mit der Bürosoftware Office, zu der Programme wie Word für Textverarbeitung und Excel für Tabellenkalkulation gehören, gab es im vergangenen Quartal ein Umsatzplus von 37 Prozent (bereinigt: 20 Prozent) auf 4,8 Milliarden Dollar. Das Unterhaltungselektronikgeschäft, zu dem die Videospielkonsole Xbox und der Musikspieler Zune gehören, schaffte diesmal ein Wachstum von 3 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar und einen operativen Gewinn von 357 Millionen Dollar nach einem Verlust von 302 Millionen Dollar im Vorjahr. Schwächen zeigt Microsoft noch immer im Internetgeschäft, wo das Unternehmen Wettbewerbern wie Google gegenübersteht. Hier gab es zwar ein Umsatzwachstum von 38 Prozent auf 863 Millionen Dollar, allerdings hat sich der Verlust von 118 Millionen auf 245 Millionen Dollar erhöht.

          Microsoft sagt für das Gesamtjahr einen Umsatz von 59,9 Milliarden bis 60,5 Milliarden Dollar und ein Ergebnis von 1,85 bis 1,88 Dollar voraus. Das liegt über der bisherigen Prognose und übertrifft auch die Erwartungen von Analysten, die bislang mit einem Umsatz von 59,4 Milliarden Dollar gerechnet hatten.

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