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Insolvenzverschleppung : Klage gegen frühere Chefetage von Solarworld

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Prozessauftakt in Bonn: Der einstige Konzernchef Frank Asbeck (Mitte) soll wegen Insolvenzverschleppung Schadenersatz in Millionenhöhe. Bild: dpa

Der Insolvenzverwalter des untergegangenen Solarzellen-Herstellers will die ehemalige Führungsriege des kräftig zur Kasse bitten. Vom früheren Konzernchef und weiteren einstigen Spitzenmanagern fordert er Schadenersatz in dreistelliger Millionenhöhe.

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          In seiner Klage gegen mehrere frühere Vorstandsmitglieder von Solarworld ist am Donnerstag erstmals vor dem Landgericht Bonn verhandelt worden. Es geht um den Vorwurf der Insolvenzverschleppung und Insolvenzanfechtung sowie um Ansprüche in dreistelliger Millionenhöhe, wie aus einer Mitteilung des Gerichts von vergangener Woche hervorgeht. Die Klage richtet sich auch gegen den früheren Firmenchef Frank Asbeck. Der 63-Jährige sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass er die Forderungen für unberechtigt halte.

          Solarworld war im vergangenen Jahrzehnt wegen der harten chinesischen Konkurrenz und des globalen Preisverfalls bei Solarmodulen in Schieflage geraten. Die Firma ging 2017 pleite, ein Neustart mit einem kleineren Nachfolge-Unternehmen schlug fehl und führte abermals in die Insolvenz. 2018 wurde die Produktion eingestellt. Die Vorwürfe in dem Bonner Gerichtsverfahren beziehen sich auf die erste Insolvenz.

          Die Kanzlei des als Insolvenzverwalter eingesetzten Düsseldorfer Rechtsanwalts Horst Piepenburg wollte sich im Vorfeld auf eine Anfrage der F.A.Z. nicht äußern. Klagen gegen frühere Vorstände und Aufsichtsräte sind jedoch marktüblich, sie sind jedoch komplex und dauern häufig lange. Im Regelfall wird das damalige Konsortium von Managerhaftpflicht-Versicherern miteinbezogen. Ein möglicher Schadenersatz würde dann der Insolvenzmasse zufließen.

          Mögliche Haftung lange geprüft

          Solarworld hatte mit zuletzt 1700 Beschäftigten im Frühjahr 2017 beantragt. Die Altaktionäre gingen weitgehend leer aus. Schon damals hatte Piepenburg angekündigt, Haftungsansprüche zu prüfen. Das Unternehmen war anschließend zerschlagen und zum Teil verkauft worden.

          Zwei Fabriken landeten, weiterhin unter Asbecks Führung und mit einer finanziellen Beteiligung des Vorstandschefs, in der Solarworld Industries. Im darauffolgenden Jahr kam auch für dieses Unternehmen das Aus.

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