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Software : Ist Windows XP wettbewerbsfeindlich?

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Ein US-Senator will Microsoft zwingen, das neue Betriebssystem für Programme anderer Firmen zu öffnen.

          2 Min.

          Die für Oktober geplante Auslieferung des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows XP sollte einem US-Senator zufolge untersagt werden, bis Microsoft es für Programme anderer Firmen öffne. Der Demokrat und Mitglied des Justizausschusses des US-Senats Charles Schumer aus New York sagte, er habe den Staatsanwalt seines Bundesstaates Elliot Spitzer aufgefordert, zusammen mit den anderen klagenden Bundesstaaten eine entsprechende einstweilige Verfügung zu beantragen.

          Weder das Bundesjustizministerium noch Vertreter der Bundesstaaten, die gegen Microsoft klagen, nahmen zu Schumers Aussage Stellung. Microsoft erklärte, Windows XP werde den Verbrauchern wie auch der Computerindustrie nutzen.

          „Mit Bedauern bin ich zu dem Schluss gekommen, dass eine Auslieferung von Microsofts Windows XP in seiner jetzigen Form wahrscheinlich unfair, wettbewerbsfeindlich und auf lange Sicht außerordentlich nachteilig für viele Verbraucher sein würde", sagte Schumer. Wenn Microsoft nicht Windows XP so abändere, dass es besser mit Anwendungen wie Kodaks Software für Digitalfotografie oder dem Instant-Messaging-Programm von AOL arbeite, solle die Regierung die Auslieferung blockieren. Er habe die Kartellabteilung des Justizministeriums aufgefordert, keiner Einigung in dem laufenden Verfahren gegen Microsoft zuzustimmen, bis sie Konkurrenten den Zugang erleichtere, sagte Schumer.

          Streit mit Kodak und AOL

          Zuvor hatte der Vorsitzende des Senats-Justizausschusses, Patrick Leahy, angekündigt, bei einer Sitzung im September über Möglichkeiten zur Verbesserung des Wettbewerbs im Internet auf Microsofts Geschäftspraktiken eingehen zu wollen. Die Firmen Eastman Kodak und AOL Time Warner haben ihren Firmensitz im Bundesstaat New York. Beide befinden sich im Streit mit Microsoft. Microsoft wies darauf hin, dass tausende Firmen, 50 davon in New York, auf die Auslieferung von Windows XP hinarbeiteten und an einer erfolgreichen Auslieferung interessiert seien. „Windows XP ist entworfen worden, um den Kunden mehr Auswahl und Optionen zu bieten, nicht weniger", hieß es.

          Am 28. Juni hatte ein US-Berufungsgericht das im vergangenen Jahr gefällte Urteil von Bezirksrichter Thomas Penfield Jackson zur Zerschlagung des Softwarekonzerns aufgehoben. Zugleich hatte das Gericht jedoch die Einschätzung des Bezirksgerichts vollständig aufrechterhalten, Microsoft habe seine Monopolstellung für Betriebssysteme bei PCs missbraucht. Zudem verwies das Gericht die Entscheidung, die Verbindung zwischen dem Microsoft-Browser Explorer und dem Betriebssystem Windows sei „rechtswidrig", zurück an die Vorinstanz. Das Justizministerium und die 18 gegen Microsoft klagenden Staaten haben eine beschleunigte Zuweisung des Falls dorthin beantragt. Microsoft hat sich dagegen ausgesprochen.

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