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Software : Auslese unter den Anbietern von Standard-Software

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Bild: F.A.Z.

Mit sehr verhaltener Zuversicht blicken die Anbieter von Unternehmens- und Standard-Software in Deutschland in die Zukunft. Fühlbarer Aufschwung wird erst für das Jahr 2004 prognostiziert.

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          Mit sehr verhaltener Zuversicht blicken die Anbieter von Unternehmens- und Standard-Software in Deutschland in die Zukunft. Für den weiteren Verlauf dieses Jahres erwarten die meisten von ihnen keine nennenswerte Belebung des Geschäftes. Ein fühlbarer Aufschwung wird erst für das Jahr 2004 prognostiziert. In der Zwischenzeit dürfte sich der Konsolidierungsprozeß in der Branche, der bereits im vergangenen Jahr eingesetzt hat und dem so renommierte Namen und Unternehmen wie SER, Bäurer, Ceyoniq oder Navision - zumindest in ihrer bisherigen Form - zum Opfer fielen, weiter fortsetzen, sagen Marktbeobachter.

          Man rechnet damit, daß der Druck auf die Preise für Standard-Software anhält und sich auch bei der Anwendungs- oder Individualsoftware stärker bemerkbar macht. Für das Jahr 2003 wird daher nur mit einem Wachstum dieses Marktes um ein bis 2 Prozent gerechnet. Im folgenden Jahr soll das Marktvolumen allerdings wieder - wie in der Vergangenheit - um mehr als 5 Prozent zunehmen. Die Branche hofft darauf, daß sich bis dahin eine Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, Klarheit in der Steuer- und Finanzpolitik sowie eine Lockerung der Zurückhaltung der Banken hinsichtlich der Kreditvergabe - vor allem an mittelständische Unternehmen - positiv auf das Investitionsklima auswirken. Das würde bedeuten, daß die bisher zum großen Teil eingefrorenen Budgets vieler Unternehmen für Investitionen in Informationstechnik wieder freigegeben werden - wenn auch vielleicht zunächst nur stufenweise.

          Denn Handlungsbedarf seitens der Anwender bestehe durchaus, sagen Fachleute. Verbesserte Systeme für das Management der Kontakte zwischen Unternehmen und deren Kunden oder Zulieferer (CRM/SCM), neue Softwarelösungen für Mobile Commerce, Wissensmanagement oder Web Services können den Firmen helfen, Kosten zu senken oder vorhandene Ressourcen besser zu nutzen und ihre Wertschöpfungskette zu optimieren. Nachholbedarf wird hier vor allem im Marktsegment der mittelständischen Unternehmen gesehen, auf das sich Anbieter wie SAP oder Microsoft (durch die Übernahme von Great Plains und Navision) konzentrieren wollen.

          Im vergangenen Jahr hat die Konjunkturflaute der Branche allerdings einen Dämpfer beschert. Sowohl die Unternehmen als auch die öffentliche Hand kürzten vielfach ihre Budgets für Informationstechnik-Investitionen oder legten sie auf Eis. Deshalb war der Markt für Standard-Software in Deutschland erstmals rückläufig. Denn nicht nur der Umsatz mit Systemsoftware, Software-Werkzeugen und Datenbank-Software schrumpfte, auch die Nachfrage nach betriebswirtschaftlicher Standard-Software ging zurück. Nach Ermittlung der Detecon/Diebold GmbH verringerte sich der Gesamtumsatz mit Standard-Software in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro.

          Von diesem Gesamtvolumen entfielen rund 5 (Vorjahr: 4,8) Milliarden Euro auf die 25 größten Anbieter, die jeweils mehr als 60 Prozent ihres Umsatzes mit Standard-Software erwirtschaften, wie die Lünendonk GmbH (Bad Wörishofen) berechnet hat. Sie haben damit ihren Marktanteil gegenüber 2001 auf 37 (35) Prozent ausgeweitet. Gleichzeitig ist die Gesamtzahl ihrer Mitarbeiter allerdings im Durchschnitt um 2 Prozent gesunken. Ende 2002 beschäftigten die "Top 25" noch 44 500 Mitarbeiter, verglichen mit rund 45 110 ein Jahr zuvor. Trotz der nach wie vor nicht günstigen Konjunkturaussichten in Deutschland und Europa planten die "Top 25" für das laufende Jahr im Durchschnitt ein Umsatzwachstum von immerhin gut 5 Prozent. Das bedeutet, daß jeder von ihnen stärker als der Markt wachsen will und weitere Wettbewerber auf der Strecke bleiben dürften.

          Die Strategien, mit denen die einzelnen Anbieter ihre Ziele verfolgen, sind unterschiedlich. So wollen zum Beispiel Baan und die Software AG jetzt den indirekten Vertriebskanal weiter ausbauen, während Konkurrent J.D. Edwards mit der Gründung einer neuen Niederlassung in Hamburg das Direktgeschäft forciert. Marktführer SAP setzt auf eine Kombination von beidem. Wichtig ist für alle Anbieter, daß sie das im vergangenen Jahr und auch in den ersten Monaten dieses Jahres rückläufige Geschäft mit Software-Lizenzen wieder in den Vorwärtsgang bekommen. Denn ein Großteil der Umsätze mit Wartung und Schulung ist an den Verkauf oder das Leasing von Software-Lizenzen gekoppelt.

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