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Nachfrage aus dem Ausland : „Es gibt wieder Klopapier“

Fast leere Parkplätze in Jestetten: Nicht nur Einzelhändler sind hier auf die Nachfrage aus dem Ausland angewiesen. Bild: Konrad Schlude

Ohne die Schweizer Einkaufstouristen leiden die Läden im deutschen Grenzgebiet. Nach den Hamsterkäufen kurz vor Schließung der Grenzen, haben Einheimische jetzt mehr Ruhe und Platz.

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          Jestetten ist eine Gemeinde im äußersten Süden Baden-Württembergs. Der Ort hat nur 5.000 Einwohner. Aber Anzahl und Größe der Einkaufsläden könnten vermuten lassen, dass dort mindestens zehnmal so viele Menschen leben. Unter anderem haben sich in Jestetten sechs Einzelhandelsketten breitgemacht – Aldi, Penny, Edeka, dm, Kik und Tedi. Der Grund für diese üppige Präsenz: Der Ort liegt nur einen Steinwurf entfernt von der Schweizer Grenze.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Die Lebensmittelpreise in der Schweiz sind nach Berechnungen von Eurostat im Durchschnitt 73 Prozent höher als in der EU. Fleisch kostet aufgrund der protektionistischen Maßnahmen zur Stützung der heimischen Bauern sogar zwei- bis dreimal mehr als in Deutschland. Daher fahren viele Eidgenossen zum Einkaufen über die Grenze, nicht nur nach Jestetten. Dadurch dürften den Schweizer Händlern nach früheren Schätzungen jährlich rund 10 Milliarden Franken verlorengegangen sein. Das entspricht rund einem Zehntel des gesamten Schweizer Einzelhandelsumsatzes.

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