https://www.faz.net/-gqe-9yfc6

Kaffeehausstühle von Thonet : Alt eingesessen

Etwa vier Minuten brauchen die Männer, um das Holz zu formen. Bild: Frank Röth

Thonet wurde mit einem Stuhl berühmt, der die Wiener Kaffeehauskultur prägte wie kein anderes Möbelstück. Heute könnte das Unternehmen von der Sehnsucht nach Authentizität profitieren – wären die Menschen nur bereit, mehr Geld auszugeben.

          6 Min.

          Wo das Leben eines Holzstuhls normalerweise endet, nimmt der „214“ seinen Anfang. Im Ofen. Das Exemplar im Thonet-Werk sieht aus wie ein auf die Seite gelegter Schornstein. Seine Luke öffnet sich und ihr Schwung stößt den beiden Mitarbeitern des Möbelherstellers Wasserdampf ins Gesicht. Einer von ihnen greift ins Innere und zieht ein konisch gedrechseltes Stück Buche heraus. Der Rest der Ladung darf weiter vor sich hin dampfen, bis sie ebenso weich gegart ist.

          Anna-Lena Niemann

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          „Mindestens zwei Stunden, besser sind vier“, sagt der ältere der beiden Männer, mit Kinnbart, T-Shirt der Metal-Band Viking und Armen, die bezeugen, dass die Arbeit hier nicht von einer Maschine erledigt wird. Nach zwei oder besser vier Stunden also ist das Holz so weich gegart, dass die Fachleute von Thonet damit machen können, was dem Möbelunternehmen zu Berühmtheit verholfen hat: es zu biegen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Corona-Krise : Warum die Zahlen in Spanien wieder ansteigen

          Nirgendwo in Westeuropa gibt es so viele Neuinfektionen wie in Spanien – und das, obwohl nahezu überall Maskenpflicht herrscht und die Behörden wieder Ausgangssperren verhängen. Nun warnt das Auswärtige Amt auch vor Reisen nach Madrid.

          Putins Corona-Politik : Der Impfstoff-Murks aus Moskau

          Putin hat mit der Zulassung des weltweit ersten Corona-Impfstoffs vielleicht seinen Sputnik-Moment, doch Sektkorken knallen keine. Das rücksichtslose politische Manöver kann der Impfstoffentwicklung weltweit schaden.
          Schlag auf Schlag: Nicht jeder, der im Büro sitzt, ist produktiv.

          Langeweile im Beruf : 120.000 Euro für zwei Mails am Tag

          Es ist ein großes Tabu des Büroalltags: Manche Angestellte haben kaum etwas zu tun. Selbst hochbezahlte Anwälte klagen über Langeweile. Wie kann das sein?