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Ranking von Umweltorganisation : So viel CO2 stoßen Politiker-Dienstwagen aus

  • Aktualisiert am

Spitzenreiter unter den CO2-Schleudern: Der Dienstwagen von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD). Bild: dpa

Die Deutsche Umwelthilfe ist für ihre unbequemen Aktionen bekannt. Nun veröffentlichen die Umweltschützer eine Rangliste, welche Politiker-Dienstwagen das meiste CO2 ausstoßen. An der Spitze steht kein Bundespolitiker.

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          Der Dienstwagen von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) stößt deutschlandweit von allen Politikern in Regierungsverantwortung am meisten CO2 aus. Seine Benziner-Karosse kommt laut dem diesjährigen Vergleich der Umweltschutzorganisation Deutschen Umwelthilfe (DUH) auf eine Realemission von 408 Gramm je Kilometer. Es folgen die CDU-Ministerpräsidenten Armin Laschet aus NRW und Volker Bouffier aus Hessen (je 376 g/km).

          Im Bundeskabinett ist Justiz- und Verbraucherministerin Katarina Barley mit dem verbrauchs- und CO2-stärksten Dienstwagen unterwegs. Kurz hinter dem Fahrzeug der SPD-Politikerin folgen die Autos von Entwicklungsminister Gerd Müller sowie von Verkehrsminister Andreas Scheuer (beide CSU), der sich den Platz mit Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) teilt.

          Barley fährt Diesel, Spitzenreiter Müller Benziner

          Der Untersuchung der DUH zufolge wird Barley in einer Diesel-Limousine mit einem realen CO2-Ausstoß von 235 Gramm je Kilometer (g/km) chauffiert. Bei Müller seien es 229 g/km, bei Scheuer und Klöckner 224 g/km. Die Dienstwagen von Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie diejenigen der Verteidigungs-, Innen-, Finanz- und Außenminister sind allerdings aus Sicherheitsgründen nicht in der DUH-Liste enthalten.

          Am besten schnitt Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) ab: Sein Benzin-Hybrid, der teils elektrisch fährt, bläst 171 Gramm CO2 pro gefahrenen Kilometer aus dem Auspuff. Auf Bundesebene fahren Bildungsministerin Anja Karliczek (193 g/km) und Umweltministerin Svenja Schulze (200 g/km) von der SPD vergleichsweise am klimafreundlichsten.

          Definition umstritten

          Die „reale“ Definition der DUH ist nicht identisch mit den Angaben zum offiziellen CO2-Normausstoß der Autohersteller, die deutlich tiefer liegen. Bei ihrer eigenen Erhebung berechnet die Umweltorganisation die durchschnittliche Abweichung der Herstellerdaten von Messwerten im tatsächlichen Fahrbetrieb. Sie stützt sich dabei auf Methoden des Umweltforschungsverbunds ICCT, der den VW-Abgasskandal mit aufdeckte.

          Wie Abgas-Messungen genau ausgelegt sein sollten, bleibt umstritten. Ab September gilt in Europa für neu zugelassene Autotypen auf dem Prüfstand der realitätsnähere Standard WLTP. Später werden gesetzlich verbindliche Tests eingeführt, bei denen auch auf der Straße gemessen wird (Real Driving Emissions/RDE). In der EU sollen 2021 im Schnitt alle neu zugelassenen Pkw einen CO2-Grenzwert von 95 g/km einhalten. Das Ausstoß des Klimagases ist direkt an den Verbrauch gekoppelt.

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