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OECD : So könnten Google & Co. bald Steuern zahlen

Google-Zeichen in Schanghai. Bild: Reuters

Die OECD legt mehrere Vorschläge vor, mit denen Digitalkonzerne besser besteuert werden können. Wird Deutschland Gewinner oder Verlierer?

          3 Min.

          Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat am Mittwoch weitreichende Vorschläge für eine internationale Reform der Unternehmensbesteuerung vorgelegt. Damit sollen die Steuerbehörden einen „gerechteren“ Zugriff auf Digitalkonzerne und andere große Unternehmen erhalten, die Steueroptimierung mit Hilfe von Schlupflöchern im aktuellen System betreiben. Besonders weit geht der Vorschlag, künftig auch jenen Ländern Rechte am Körperschaftsteueraufkommen einzuräumen, in denen sich nur die Märkte der Unternehmen befinden.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Heute herrscht weitgehend der Grundsatz, dass die Länder besteuern, in denen ein Unternehmen den Konzernsitz hat oder physisch vertreten ist. „Die aktuellen Regeln, die auf die 1920er Jahre zurückgehen, reichen nicht mehr für eine faire Zuteilung von Steuerrechten in einer zunehmend globalisierten Welt“, schreibt die OECD. Weil die neuen Geschäftsmodelle der Digitalkonzerne zu großer Wertschöpfung in Ländern ohne jede physische Präsenz der Unternehmen führen, sei eine Reform überfällig. Das Steueraufkommen könnte sich also teilweise von den „Sitzländern“ zu den „Marktländern“ verschieben. Die OECD will mit ihrem Entwurf die Vorschläge der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Indiens zusammenführen. Darüber sollen die Finanzminister der G-20-Regierungen bei ihrem nächsten Treffen am 17. Oktober in Washington diskutieren. Danach könnte der Kreis auf jene 134 Länder ausgeweitet werden, die sich an der OECD-Steuerkoordinierung beteiligen.

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