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Für die Straßennutzung zahlen : So könnte der Verkehr der Zukunft gesteuert werden

  • -Aktualisiert am

Kein Ende in Sicht: Staus und Verstopfungen auf deutschen Straßen Bild: dpa

In Deutschland herrscht auf vielen Straßen Dauerstau. Was müsste sich ändern? Schon vor langer Zeit hat ein Nobelpreisträger einen Vorschlag gemacht. Nun erlaubt neue Technik, damit Ernst zu machen.

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          Vor nunmehr fast 60 Jahren entwickelte der spätere Wirtschaftsnobelpreisträger William Vickrey geniale Ideen zur Steuerung von Verkehrsflüssen. Er berücksichtigte dabei, dass Staus Ausdruck von Fehlanreizen sind. Autofahrer stehen nämlich nicht nur selbst im Stau, sie tragen dazu bei, dass andere im Stau stehen. Wenn die Autofahrer Preise für die Straßennutzung zahlen müssen, die die Kosten ihrer Fahrentscheidung für andere reflektieren, dann werden Staus eliminiert. Der Preis für die Straßenbenutzung ist meistens null. Er steigt, wenn die Straße ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Er hängt also von Zeit und Ort ab. Diejenigen, die flexibel sind, werden in Spitzenzeiten ihre Fahrpläne ändern, auf Bus und Bahn ausweichen oder sich ein Auto teilen.

          In einer Welt, in der die Straßennutzung nicht dynamisch bepreist wird, sind Staus nahezu unvermeidlich. Staus und Verstopfungen bis hin zum Kollaps gäbe es auch in anderen Märkten, wenn sie nicht dynamisch bepreist würden. Dazu gehören etwa Märkte für Strom, Flüge und Hotelzimmer. Dort gehören Preise zu unserem Alltag, die sich an jedem Ort und zu jedem Zeitpunkt ständig anpassen, um Nachfrage und Angebot zu balancieren. In Zeiten sehr hoher Nachfrage steigt eben der Preis.

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