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SMS-Tarife : Telekom knickt ein

  • Aktualisiert am

Ron Sommer macht einen Rückzieher Bild: dpa-Bildfunk

Nach heftigen Protesten macht die Telekom einen Rückzieher bei den SMS-Gebühren. Dabei liegt das eigentliche Ärgernis ganz woanders.

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          Nach zum Teil heftigen Protesten von Politikern und Verbraucherschützern hat die Deutsche Telekom ihre Gebührenpolitik bei Kurzmitteilungen (SMS) revidiert. Die Mobilfunktochter T-Mobile werde die neuen Tarife zwar einführen, doch die alten ebenso beibehalten, sagte ein Sprecher.

          In den Tarifen Telly und ProTel werde es künftig die Möglichkeit geben, entweder eine niedrigere Grundgebühr und einen höheren SMS-Preis oder den bisherigen Grundpreis mit der günstigen SMS-Gebühr von rund acht Cent für netzinterne Kurzmitteilungen zu wählen. „Die bisherigen SMS-Tarife gelten auch für Neukunden“, kündigte der Ex-Monopolist an.

          Außerdem wolle T-Mobile den Kunden künftig Mengenrabatte für Kurzmitteilungen gewähren. So könnten Prepaid- und Vertragskunden künftig kostensenkende SMS-Pakete für drei bis zehn Euro kaufen und damit bis zu 100 Kurznachrichten verschicken. Dieses neue Preismodell soll ab Mai oder Juni erhältlich sein.

          Viel Wirbel um das falsche Ärgernis

          Die Deutsche Telekom war von Politikern und Verbraucherschützern heftig kritisiert worden, weil sie den Preis für netzinterne SMS von acht auf 19 Cent anheben wollte. Verbraucherministerin Renate Künast kündigte sogar an, sie wolle die Preiserhöhungen notfalls per Gesetz stoppen. Nach Angaben von Experten ist eine Regulierung des Mobilfunkmarktes jedoch höchst unwahrscheinlich. „Es darf keinen Marktmissbrauch zu Lasten der Jugendlichen geben“, sagte die Minsterin. Vor allem bei Jugendlichen ist das „Simsen“ beliebt.

          Dabei hat die Ministerin außer acht gelassen, dass gerade die jüngeren Handy-Nutzer vor allem auf Prepaid-Karten zurückgreifen. Bei diesen kostet jedoch eine SMS-Nachricht nach dem neuen Tarifmodell der Telekom genauso viel wie zuvor, nämlich 19 Cent.

          Viel ärgerlicher sind die Preiserhöhungen auf einem anderen Gebiet. So kosten Anrufe in andere Mobilfunk-Netze wie E-Plus oder D2 in der Nebenzeit bis zu zweieinhalb Mal so viel wie zuvor. Diese Tarifveränderung gilt jedoch nur für Neukunden. Doch den vielen selbst ernannten Verbaucherschützern war diese wesentlich drastischere Preiserhöhung bislang noch keine Aufregung wert.

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