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Smartphone-Hersteller : Blackberry sucht Partner oder Käufer

  • Aktualisiert am

Blackberry-Smartphone Z10 Bild: AFP

Noch vor wenigen Jahren waren Smartphones von Blackberry ein Statussymbol von Geschäftsleuten. Dann verpasste das Unternehmen den Siegeszug der Touchscreens. Nun könnte das Unternehmen verkauft werden.

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          Der einst erfolgsverwöhnte Smartphone-Hersteller schafft es nicht mehr alleine. Blackberry gestand am Montag ein, sich auf die Suche nach „strategischen Optionen“ zu begeben - eine Formulierung, mit der sich Unternehmen üblicherweise zum Verkauf stellen. Neben der Veräußerung von Blackberry kommen aber auch die Gründung eines Joint Ventures, strategische Partnerschaften oder „andere Transaktionen“ in Frage, wie Blackberry mitteilte.

          Ein interner Ausschuss soll sich nun damit beschäftigen, wie es mit dem Unternehmen weitergeht. Ziel der Partnersuche ist es, sich die Unterstützung für das neue Betriebssystem Blackberry 10 zu sichern. Das Unternehmen braucht einen größeren Marktanteil, um noch eine Rolle im hart umkämpften Smartphone-Markt zu spielen - das geht nur mit einem starken Partner im Rücken.

          Dass Blackberry nicht mehr lange wie bisher weitermachen konnte, hatte sich bereits abgezeichnet. Erst am Freitag hatten Spekulationen den Aktienkurs des kanadischen Unternehmens beflügelt, Blackberry könnte dem Beispiel von Dell folgen und von der Börse genommen werden. Danach könnte sich Blackberry in Ruhe restrukturieren, ohne dem Druck der Börse ausgesetzt zu sein.

          Ähnlich wie Dell gilt Blackberry als Verlierer des Booms bei mobilen Geräten, der von Apple und Samsung dominiert wird. Während in den Vereinigten Staaten vor drei Jahren noch jedes zweite Smartphone ein Blackberry war, war es Ende vergangenen Jahres nach Angaben der Marktforscher von IDS nicht einmal jedes zwanzigste. Blackberry hat sich ein radikales Sanierungsprogramm verordnet, um wieder in die Spur zu kommen. Neue Geräte wie der Blackberry Z10 und der Q10, ein Smartphone mit Tastatur, sollen die Nachfrage wieder ankurbeln. Ein Verkauf des Konzerns stand aber immer im Raum, seitdem der deutsche Chef im vergangenen Jahr entsprechende Andeutungen gemacht hatte.

          In der Vergangenheit hatte es deshalb schon öfter Übernahmegerüchte gegeben - Insidern zufolge hatte es diesbezüglich Gespräche mit dem Finanzinvestor Silver Lake gegeben. Dieser ist kein Unbekannter: Die Private-Equity-Gesellschaft spielt auch eine wesentliche Rolle bei Dell, sie finanziert die Buyout-Offerte zum Teil, weshalb es bereits Spekulationen über eine mögliche Zusammenarbeit beider Firmen bei mobilen Geräten gab.

          Bei Dell sollen die Aktionäre nun Mitte September auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über die Offerte von Michael Dell abstimmen, nachdem das Votum mehrfach verschoben worden war. Blackberry ist noch nicht soweit. Aber der Konzern macht sich nun auf die Suche nach einem Weg in die Zukunft. Und die dürfte von einem Dritten zumindest mitbestimmt werden.

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