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Fehlendes Personal : Skihütten in Österreich müssen Ruhetage einlegen

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Schnee und Sonnenschein: ein perfekter Ski-Tag Bild: AFP

Auf Österreichs Skihütten fehlen Kellner. Die Branche wächst, die Umsätze steigen. Müssen Skihütten dennoch bald Ruhtage einlegen?

          Das Hotel- und Gastgewerbe in Österreich sucht dringend Personal. Aktuell seien 9.000 Stellen in der Branche nicht besetzt, erklärte die Wirtschaftskammer Österreich in Wien. Wegen der Personalknappheit müssten Betriebe zusätzliche Ruhetage einführen. „Selbst bei den ersten Skihütten gibt es Ruhetage – vor einigen Jahren war das undenkbar“, berichtete eine Sprecherin.

          Während es genügend Skilehrer gebe, fehlten Mitarbeiter in den Skiverleih-Stationen oder in den Wellness-Bereichen der Hotels. Die Branche wachse enorm. Im Juli seien 238.000 Menschen in Hotels und Gaststätten tätig gewesen. Seit 2009 habe die Branche 40.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

          Auch die Umsätze steigen. Konnte der österreichische Tourismus in der Wintersaison 2011 Umsätze in Höhe von 11,4 Milliarden Euro verzeichnen, waren es 2017 schon 13,3 Milliarden. Laut dem Statistikportal Statista ist der Großteil der österreichischen Unternehmer durchaus zufrieden mit diesen Ergebnissen.

          Ruhetage seien unrealistisch

          Auch Matthias Dengg blickt der kommenden Wintersaison zuversichtlich entgegen. Dengg ist einer der Geschäftsführer der Zillertaler Gletscherbahn und somit auch Geschäftsführer einiger damit verbundener Skihütten. Dass in seinem Gastgewerbe bald Ruhetage einlegt werden müssen, glaubt er nicht. Es wäre so „als würden Autoraststätten einen Tag zu machen“, sagte er zu FAZ.NET. Schließlich kämen in der Hochsaison jeden Tag gleich viele Gäste, die auf den Hütten nicht nur essen und trinken wollten, sondern auch auf die sanitären Anlagen angewiesen wären.

          Obwohl die Schneeverhältnisse in den vergangenen Jahren unbeständiger wurden, zieht es noch immer viele Ski-Touristen nach Österreich. Den größten Teil machen dabei die Deutschen aus. Etwa 2,8 Millionen Deutsche reisten laut Statista in der Wintersaison 2016/17 in das Nachbarland. Ein Skiurlaub belastet allerdings auch den Geldbeutel. Die durchschnittlichen Gesamtkosten für einen Skitag mit Übernachtung liegen in den teuersten Skigebieten bei über 450 Euro.

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