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Skandal um Ibiza-Video : Straches Geschäftsideen und ihre Hintergründe

Der FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache am Samstag auf einer Pressekonferenz in Wien Bild: EPA

In der Affäre um den gestürzten FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache geraten auch Unternehmen in die Schusslinie. Es geht um angebliche Parteienfinanzierung, staatliche Aufträge – und die Käuflichkeit der österreichischen Staatsbürgerschaft.

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          Der Skandal um den stellvertretenden österreichischen Bundeskanzler und Vorsitzenden der rechten Regierungspartei FPÖ, Heinz-Christian Strache, könnte auch die Wirtschaft des Landes belasten. Zum einen ist unklar, ob die Koalition der FPÖ mit der konservativen Volkspartei ÖVP von Bundeskanzler Sebastian Kurz Bestand haben wird. Falls nicht, wären die von der Regierung angestoßenen Finanz-, Wirtschafts- und Arbeitsmarktreformen in Gefahr. Zum anderen ziehen die jüngsten Enthüllungen österreichische Unternehmen in die Schusslinie, die angeblich dubiose Geschäfte mit den politischen Kräften eingegangen sein sollen.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Michaela Seiser

          Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Strache ist am Samstag als Vizekanzler und Parteivorsitzender zurückgetreten, nachdem die Zeitschrift „Spiegel“ und die „Süddeutsche Zeitung“ ein kompromittierendes Video aus dem Wahlkampfjahr 2017 veröffentlicht hatten. Darin sind Strache und der FPÖ-Politiker Johann Gudenus – heute Fraktionsvorsitzender der Partei – im Gespräch mit einer Frau zu sehen, die sich ihnen als russische Oligarchin mit großen Investitionsplänen in Österreich vorgestellt hatte. In dem Gespräch, das in einer Villa auf Ibiza stattgefunden haben soll, bietet Strache der Frau Staatsaufträge an, falls sie sich in das Boulevardblatt „Kronen Zeitung“ einkaufen und auf diese Weise der FPÖ zum Wahlsieg verhelfen sollte.

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