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Skandal um Brustimplantate : Krankenkassen wollen Medizinprodukte wie Arzneimittel prüfen

  • Aktualisiert am

Silikon-Brustimplantate der Firma PIP Bild: dpa

Der Skandal um fehlerhafte Silikonimplantate aus Frankreich hat die Debatte über die Kontrolle von Medizinprodukten belebt. Die gesetzlichen Krankenkassen verlangen eine massive Verschärfung der staatlichen Kontrolle. Die Bundesregierung lehnt das ab.

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          Die gesetzlichen Krankenkassen verlangen eine massive Verschärfung der staatlichen Kontrolle von Medizinprodukten. Sie müssten bei der Zulassung ähnlich den Arzneimitteln behandelt werden, sagte die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung, Doris Pfeiffer, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Freitagausgabe). Die Bundesregierung lehnt die nach dem Skandal um französische Silikon-Brustimplantate aufgekommene Forderung ab.

          „Wir brauchen eine amtliche Zulassung wie bei Arzneimitteln und Studien, die Nutzen und Risiken eines Medizinprodukts aufzeigen“, sagte Pfeiffer.

          Heute werden Medizinprodukte von staatlich zugelassenen Institutionen wie dem TÜV kontrolliert und zugelassen. Das reiche nicht aus, sagte Pfeiffer. Eine amtliche Zulassung mit einer Prüfung, die sich an dem heutigen Standard bei Arzneimitteln orientiere, sei dringend geboten. „Die Sicherheit der Produkte muss durch Studien belegt werden“. Ohne die Vorgabe werde es bei der mangelhaften Studienlage bleiben.

          Auch müsse künftig geprüft werden, „ob das neue Produkt wirklich besser ist, mehr Nutzen stiftet als das, das auf dem Markt ist.“ Pfeiffer sagte: „Es gibt immer wieder Beispiele von Produkten, Herzklappen, Stents, deren Nutzen sich als kleiner, deren Gefahren für Patienten sich als größer herausstellen, als erhofft.“
           

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