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Ökonom Hans-Werner Sinn : Euro-Austritt Italiens ist möglich

  • Aktualisiert am

Portrait von Hans Werner Sinn, deutscher Ökonom und ehemaliger Präsident des ifo-Instituts. Bild: Frank Röth

Der Ökonom Hans-Werner Sinn hält einen Austritt Italiens aus der Währungsunion unter bestimmten Bedingungen für möglich. Zum Sprengsatz könne die Idee einer Parallelwährung werden.

          Der bekannte Ökonom und langjährige Präsident des ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, kann sich vorstellen, dass Italien aus der Währungsunion ausscheidet, sollte Deutschland keinen neuen Transfers und Haftungszusagen zustimmen.

          In einem Gastbeitrag für die „Wirtschaftswoche“ äußerte sich Sinn zu der aktuellen Debatte um die Zukunft Italiens. „Wenn Deutschland sich sträuben sollte, Geld zu verschenken oder weitere Bürgschaften zulasten nachfolgender Generationen zu geben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Italien den Euro aufgibt“, zitiert das Blatt den Ökonom.

          „Die politische Revolution ist aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Die Forderungen nach massiv steigenden Staatsausgaben und Schuldenerlassen sind ebenso wenig vom Tisch wie Gedankenspiele über das Verlassen der Währungsunion“, so Sinn weiter. „Geld her, oder wir treten aus – das könnte die versteckte Drohung künftiger italienischer Regierungen sein.“

          Den größten Risikofaktor für den Zusammenhalt des Euro-Verbundes sieht Sinn in der von den möglichen Regierungspartnern Lega und Fünf Sternen ins Gespräch gebrachten Idee, mit einer Parallelwährung die italienische Wirtschaft auf Trab zu bringen. Der Ökonom hält ein solches „Schuldschein-Konstrukt“ mittelfristig für wahrscheinlich, da sich „das höhere Defizit kaum anders wird finanzieren lassen“. Eine Parallelwährung würde Sinn zufolge dazu dienen, die EU-Partner gefügig zu machen und zudem die Option bieten, die Währungsunion sofort verlassen zu können.

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