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Singapurs Warnung : „Sturmwolken über den Meeren der Welt“

Im südchinesischen Meer nehmen die Spannungen zu, immer mehr Kriegsschiffe halten sich vor Chinas Küste auf. Bild: AP

Der Handelsstandort Singapur warnt vor kriegerischen Konflikten um die wichtigen internationalen Seestraßen. Die deutsche Marine wird zur Beobachtung eingeladen.

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          Ein deutscher Marineoffizier soll ab dem Jahr 2020 im Informationszentrum der Marine Singapurs (IFC) platziert werden. Der hochgerüstete südostasiatische Stadtstaat setzt nicht nur auf deutsche Militärlastwagen, sondern kauft auch Unterseeboote von Thyssen-Krupp. Für die Deutschen bietet das Angebot eine wichtige Annäherung an Herausforderungen im Pazifik.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Allerdings beziehen andere europäische Nationen, wie Großbritannien und Frankreich, wesentlich deutlicher Position in Asien als die Deutschen dies tun: Die französische Verteidigungsministerin Florence Parly scherzte gerade, sie habe einen ganzen Flottenverband mitgebracht, als sie nach Singapur kam. In der Tat liegen im Marinehafen Changi derzeit der atomgetriebene Flugzeugträger Charles de Gaulle und seine Begleitschiffe. Sie sollen mit verbündeten Nationen wie Amerika, Australien, Indien und Japan Manöver im Pazifik und Indischen Ozean abhalten.

          Zumindest dürfte der deutsche Offizier im „Information Fusion Centre“ in der Singapurer Marinebasis, das den Austausch von Sicherheitsinformationen mit den umliegenden Ländern betreibt, aber einiges zu sehen bekommen: Denn Singapurs Verteidigungsminister Ng Eng Heng warnte gerade in deutlichen Worten vor „dunklen Sturmwolken“, die heraufzögen und den Handel und die maritime Sicherheit der Region bedrohten.

          „Wir müssen die Meere der Region beruhigen um sicherzustellen, dass der Welthandel weiterläuft und die guten Verbindungen zwischen den Ländern erhalten bleiben“, forderte Ng. „Aber es gibt dunkle Sturmwolken am Horizont, die unsere weltweiten Marine-Übereinkünfte und unseren geteilten Wohlstand bedrohen können.“ Wenn ein altgedienter Minister Singapurs dies sagt, haben die Worte Gewicht. Denn der Handelsplatz liegt zwischen dem Südchinesischen Meer, in dem China seine Expansionspolitik vorantreibt, und der wichtigsten Handelsroute der Welt, der Straße von Malakka.

          Ng sprach von zwei „arteriellen Netzwerken“ der beiden Seegebiete. Mehr als tausend Schiffe täglich transportieren ein Viertel aller Handelswaren der Welt an Singapur vorbei. „Sie transportieren alle Arten von Gütern und Bodenschätzen, die für moderne Volkswirtschaften die Grundlage dafür bieten, zu leben, zu funktionieren und zu wachsen. Die Geschichte der Meere lehrt uns, dass immer dort und immer dann, wenn es zu einem Konflikt kommt, die umliegenden Länder und ihre Menschen leiden.“ Erst Anfang Mai waren wieder zwei amerikanischen Kriegsschiffe in Seegebiet gefahren, das von China beansprucht wird. Peking verurteilt diese bewusste Nicht-Beachtung seiner selbst gesetzten Grenzen als „Unterminierung des Friedens“ in der Region und „Verletzung seiner Souveränität“.

          Die Zahl militärischer Konflikte in der Region nehme zu, warnte Ng. China und die zehn Länder der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean verhandeln über ein Abkommen, dass nach Chinas weitgehender Annektion des Südchinesischen Meeres nun Verhaltensregeln festlegen soll. Peking geht davon aus, dass es in etwa drei Jahren unterschriftsreif ist. Ng drängt auf eine baldige Unterzeichnung.

          Der Minister warnte nicht nur vor Streitigkeiten um den Einfluss im Südchinesischen Meer, sondern auch vor Territorialkonflikten um den Fischfang und Rohstoffe. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) hatte gerade erklärt, spätestens 2050 werde es in den Meeren der Region keinen kommerziellen Fischfang mehr geben, ginge der Raubbau in diesem Tempo voran. Doch bildet Fisch den wichtigsten Beitrag zur Protein-Ernährung der Asiaten.

          Das Überwachungszentrum liefere auch Informationen zur Terror-Abwehr, sagte der Minister. „Gemeinsam müssen wir unsere geheimdienstlichen Anstrengungen verstärken, weil sich das Zentrum des globalen Terrorismus vom Mittleren Osten in andere Regionen verlagert, einschließlich unserer Region, die für radikale Ideologien empfänglich sind.“

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