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Kommentar : Gehälter können auch zu einfach sein

  • -Aktualisiert am

Boni sind nicht mehr in Mode. Deshalb bekommen immer mehr Aufsichtsräte Festgehälter. Aber ist das wirklich ein Gewinn?

          Warum komplizierte Bonussysteme entwickeln, wenn es auch ganz einfach geht? Immer mehr Unternehmen vergüten ihre Aufsichtsräte ausschließlich mit einem Festgehalt. 17 der 30 Dax-Konzerne verfahren inzwischen so, vermutlich werden weitere folgen. Doch ist die neue Einfachheit wirklich ein Gewinn?

          Kein Zweifel, die Vergütungssysteme für Manager sind in den vergangenen Jahren zu komplex geworden. Selbst so mancher Manager blickt nicht mehr durch, wann er welchen Bonus bekommt – geschweige denn, wofür.

          Nicht vergessen: Der Aufsichtsrat ist wichtig

          Doch es gibt keinen Grund, gleich ins andere Extrem zu verfallen. Nicht nur der Vorstand, auch der Aufsichtsrat hat einen großen Einfluss darauf, wie sich Gewinn und Aktienkurs eines Unternehmens entwickeln. Ein langfristig ausgerichteter Bonus – der zum Beispiel in Form von Aktien des eigenen Unternehmens gehalten werden muss – ist daher durchaus sinnvoll.

          Zumal die Umstellung auf reine Fixgehälter mit wundersamen Gehaltssprüngen einher geht. Zum Teil sind die Gesamtbezüge der Aufsichtsratschefs um mehr als 60 Prozent gestiegen – eine überaus großzügige Kompensation für die nicht mehr vorhandene Chance auf einen Bonus. So bleibt der Eindruck: Für die Personalabteilungen sind reine Festgehälter einfacher, für die Aufsichtsräte finanziell attraktiver. Ob sie aber auch für das Unternehmen als Ganzes besser sind, muss erst noch bewiesen werden.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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