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Siltronic und Globalwafers : So ließ Berlin den Chip-Deal platzen

Siltronic-Produktion von Silizium-Wafern im sächsischen Freiberg Bild: LAIF

Der deutsche Konzern Siltronic darf nicht taiwanesisch werden. Der Grund dafür liegt in Peking – denn China wollte wohl zu viel Einfluss. Eine Hintertür lassen sich die Unternehmen aber offen.

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          Termin verstrichen, Übernahme abgesagt – Berlin hat Doris Hsu von der taiwanischen Globalwafers Inc. einen Strich durch die Rechnung gemacht. Denn das Bundeswirtschaftsministerium ließ den 4,4 Milliarden Euro teuren Kauf der deutschen Siltronic AG in der Nacht zum Dienstag faktisch scheitern.

          Stephan Finsterbusch
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Hendrik Kafsack
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.
          Ilka Kopplin
          Wirtschaftskorrespondentin in München.
          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Nachdem zuvor alle zuständigen Wettbewerbsbehörden in anderen Ländern ihre Zustimmung gegeben hatten, ließ das Ministerium die zwischen den Unternehmen vereinbarte Frist für das Übernahmeangebot verstreichen. Damit fehlt die Erlaubnis der Bundesregierung – und die Übernahme kommt nicht zustande.

          Es hätten nicht alle notwendigen Schritte im Rahmen der Investitionsprüfung abgeschlossen werden können, begründete eine Sprecherin von Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) den Vorgang. Zwar lief die Prüfung nach den Regeln der Außenwirtschaftsverordnung seit rund einem Jahr. Der zentrale Punkt waren für das Ministerium aber die Bedingungen, an welche die chinesischen Kartellbehörden ihre Zustimmung zu der Übernahme geknüpft hatten. Diese hatten bei der Übernahme ebenso mitzureden wie die Behörden in Taiwan, Europa, Deutschland und Amerika.

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